Die Berliner Feuerwehr hat die meisten Nutzerkonten bei sozialen Medien. Das geht aus der Antwort des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) auf eine Kleine parlamentarische Anfrage der Grünen hervor. Demnach ist die Feuerwehr sowohl bei Facebook aktiv, als auch bei Google+, Twitter, Youtube und Flickr. Die Verwaltungen nutzen die neuen digitalen Kommunikationswege dagegen unterschiedlich, die meisten sind gar nicht vertreten.

Die Opposition kritisierte die Ausmaße der Online-Aktivitäten als nicht zeitgemäß. „Der Regierende Bürgermeister hat die Netzpolitik zu seinem Themenfeld erklärt, aber eine klare Linie fehlt“, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Stefan Gelbhaar, am Freitag. „Kriterien für die Berliner Verwaltung, wann und wie zum Beispiel Facebook oder Twitter genutzt werden sollen: Fehlanzeige“, sagte Gelbhaar. Stattdessen tage eine behördenübergreifende Arbeitsgruppe über Monate im Roten Rathaus, ohne bislang ein Ergebnis vorgelegt zu haben. „Das klingt wie ein Witz, ist aber die Berliner Realität“, sagte Gelbhaar.

Mehrwert für das Image

Die Senatskanzlei sieht dagegen kein Problem in dem unstrukturierten Auftritt der öffentlichen Einrichtungen im Internet. „Die Hausleitungen entscheiden in eigener Verantwortung darüber, ob sie ein Nutzerkonto eröffnen und betreiben“, heißt es in der Antwort des Regierenden Bürgermeisters. „Die Kriterien lauten beispielsweise Mehrwert für Imagepflege, Nachwuchsgewinnung und Präventionskommunikation“. Allerdings sollen die Aktivitäten ausgebaut werden. Netzpolitik sei ein vom Berliner Senat „besonders betontes Handlungsfeld für die kommenden Jahre“.

Nach Angaben der Senatskanzlei verfügen die Verwaltungen der Justiz, Gesundheit, Finanzen, Inneres und Kultur über keinerlei Nutzerkonten bei sozialen Medien. Auch die Pflege der bestehenden Nutzerkonten unterscheidet sich von Verwaltung zu Verwaltung. Während die Bildungsverwaltung wöchentlich zwölf Stunden für ihre Aktivitäten bei Facebook aufwendet, widmet sich die Feuerwehr lediglich zwei Stunden lang ihren fünf Nutzerkonten. Wann die Arbeitsgruppe der Senatskanzlei ein Ergebnis vorlegt, geht aus der Antwort Wowereits auf die Anfrage nicht hervor.

Soziale Medien sind Internetplattformen, auf denen sich Interessierte online austauschen. Die Zahl der Nutzer steigt ständig. Vor allem junge Menschen vernetzen sich zunehmend über Soziale Medien im Internet. Auf diese Weise können sowohl kleine Nutzergruppen als auch sehr große Gruppen öffentlich oder für andere nicht einsehbar miteinander kommunizieren und Inhalte austauschen.

-ker