Wegen bandenmäßigen Betruges muss ein pensionierter Polizist für vier Jahre ins Gefängnis. Zugleich verurteilte das Berliner Landgericht am Donnerstag einen Kollegen des früheren SEK-Beamten zu zwei Jahren und neun Monaten Haft. Der Richter sprach von einem „dreisten Betrug zu Lasten der Allgemeinheit“.

Von 2005 bis 2011 hatten die beiden Ruheständler das Landesverwaltungsamt mit gefälschten Arztrechnungen um 250.000 Euro geschröpft. Der 52 Jahre alte Hauptangeklagte hatte gestanden: „Ich habe mir eine Einnahmequelle neben meinem Ruhestandsgeld erschlossen“. Es tue ihm sehr leid, bereute der Familienvater, der seit fast 18 Jahren pensioniert ist.

Zwei Jahre hatte der Berliner in Südafrika gelebt. Mit Staatsgeldern hatte er ein Haus am Meer in der Nähe von Kapstadt gemietet. Ausflüge mit Hubschraubern gehörten zum Lebensstil der Familie. Eine Tochter besuchte eine Privatschule. „Sie haben die Allgemeinheit beschissen und sich einen lauen Lenz gemacht“, hatte der Richter dem Angeklagten vorgehalten.

Offenbar waren 3200 Euro pro Monat an Pension und Rente zu wenig, sagte der Richter. Da sei der Angeklagte darauf verfallen, das Landesverwaltungsamt anzuzapfen. Er habe den Kollegen in seine Methode der leichten Geldbeschaffung eingeweiht. Der 51-Jährige, wegen eines Augenleidens seit seinem 30. Lebensjahr außer Dienst, kassierte ebenfalls zu Unrecht Staatsgelder.

Sogar die Tochter wurde in die kriminellen Machenschaften verstrickt. Die heute 22 Jahre alte Polizistin zur Anstellung erhielt zwei Jahre Haft mit Bewährung. Sie hatte Beihilfen beantragt, als der Vater in Afrika lebte.

dpa/nbo