Am Flughafen Berlin-Schönefeld ist es zu einem gefährlichen Zwischenfall gekommen. Wie erst jetzt bekannt wurde, hat eine Maschine der russischen Fluggesellschaft Rossija mit 44 Menschen an Bord bei ihrem Start am Freitag gegen 12 Uhr ein Rad verloren.
Flughafenmitarbeiter fanden anschließend Reifenteile neben der Startbahn. Das bestätigte ein Sprecher der Berliner Flughafengesellschaft am Sonnabend. Es sei aber niemand zu Schaden gekommen, so der Sprecher.
Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) wurde dennoch informiert. Die Aufsichtsbehörde in Braunschweig bestätigte auf Nachfrage den Zwischenfall. „Das Ereignis wird von uns aber nicht weiter untersucht, weil die Maschine sicher in St. Petersburg gelandet ist. Eine russische Kommission wird nun ermitteln“, sagte ein BFU-Sprecher.
Der Landeanflug der Maschine in Petersburg im Video
Die Maschine vom ukrainischen Typ Antonow AN-148 (Kennung RA-61701) war in Schönefeld zu einem Linienflug nach St. Petersburg gestartet. An Bord befanden sich unbestätigten Angaben zufolge 37 Passagiere und sieben Besatzungsmitglieder. Planmäßige Abflugzeit für den Flug FV242 war 11.15 Uhr.
Laut einer Meldung der russischen Nachrichtenagentur Interfax beschlossen die Piloten, den Flug trotz der Havarie fortzusetzen, weil ihnen eine Landung mit dem noch vorhandenen Rad am linken Hauptfahrwerk möglich erschien. Nach einem mehr als dreistündigen Flug und mit 65 Minuten Verspätung habe die Maschine am Abend sicher am St. Petersburger Flughafen Pulkovo aufgesetzt, hieß es.
Rossija ist die zweitgrößte russische Fluggesellschaft, nach dem Zerfall der Sowjetunion entstanden als Abspaltung vom damaligen Monopolisten Aeroflot. Von St. Petersburg und Moskau aus fliegt Rossija eigenen Angaben zufolge mehr als 150 Ziele an, in Deutschland neben Berlin-Schönefeld auch München, Hamburg und Hannover. Die Airline setzt neben international bewährten Typen westlicher Hersteller auch mehrere Maschinen russischer und ukrainischer Flugzeugbauer ein. Das zweistrahlige Mittelstreckenflugzeug AN-148 ist im Gegensatz zu den meisten anderen eine Neuentwicklung, dessen Serienfertigung erst 2009 begann.
Flugzeuge dieses Typs sollen in der Vergangenheit mehrfach durch Fahrwerksprobleme aufgefallen sein. So soll bereits im Dezember 2011 eine AN-148 von Rossija auf dem Weg von St. Petersburg nach Berlin umgekehrt sein, weil das Hauptfahrwerk nicht vollständig eingefahren war. Das Flugzeug drehte damals um und konnte sicher in St. Petersburg landen. Der Sprecher der BFU sagte dazu, ihm sei eine Häufung derartiger Probleme bei der AN-148 nicht bekannt.




