Tempo-Messung

Im Tunnel Britz wird scharf geblitzt - unsichtbar

Für Raser brechen schwere Zeiten im Autobahntunnel Britz an. Wochenlang hat die Berliner Verkehrsüberwachung dort die sogenannten Schwarzblitzer gestestet, mit denen Temposünder aufgenommen werden können - ohne es zu merken. Nun ist der Testbetrieb vorbei und es wird kassiert.

Der Testbetrieb ist zu Ende. Ab Mittwoch wird im Autobahntunnel Britz „scharf“ geblitzt. „Wir haben in den vergangenen Wochen schon einen merklichen Geschwindigkeitsrückgang registriert. Aber es gab beim Probelauf immer noch zu viele Fahrer, die die Tempobegrenzung nicht eingehalten haben“, sagte Petra Rohland, Sprecherin in der Senatsstadtentwicklungsverwaltung.

Mit der Radaranlage im Tunnel Ortskern Britz geht die Verkehrsüberwachung in Berlin neue Wege. Weil es in der Vergangenheit gerade in diesem 1,7 Kilometer langen Tunnel eine Vielzahl von Unfällen aufgrund zu hoher Geschwindigkeit gab, wollen Senat und Polizei nun mit für Berlin neuartigen Schwarzblitzern gegen die Raser zu Felde ziehen. Im Tunnel gilt normalerweise ein Tempolimit von 80 Kilometern pro Stunde. Dieses kann aber auch je nach Verkehrslage zeitweise deutlich reduziert werden. Das Besondere der Radaranlage: Der Autofahrer bemerkt nicht, wenn er fotografiert wird. Die Stadtverkehrsverwaltung setzt auf Infrarotblitzer, damit es nicht zu gefährlichen Blendeffekten im dunklen Tunnel kommt.

An 16 Stellen wurden Sensorstreifen in die Fahrbahn eingelassen. Arbeiter montierten 16 Kameras, die sämtliche Fahrbahnen im Blick haben, an die Decke des Tunnels. 9,5 Kilometer Kabel wurden neu verlegt. 1,4 Millionen Euro hat die Anlage insgesamt gekostet. Diese Geschwindigkeitsmesser können auch die Kennzeichen von Motorrädern fotografieren.

Während des Testbetriebs in den Monaten April und Mai wurden die Geräte geeicht und die Datenübermittlung zur Polizei geklärt. Autofahrer werden am Tunneleingang durch Schilder auf die neuen Blitzgeräte aufmerksam gemacht. Wichtig ist, die aktuelle Geschwindigkeitsbegrenzung an den automatischen Schildern zu beachten. Denn je nach Verkehrsaufkommen kann auf der Autobahn die zulässige Höchstgeschwindigkeit geändert werden.

In der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung gibt es schon Überlegungen, auch andere Tunnel mit den neuen Blitzern auszustatten. „Wenn es einen rigorosen Rückgang der Unfallzahlen gibt, prüfen wir, weitere Tunnel mit den neuen Radaranlagen zu versehen“, sagte Rohland.

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.