Seit Monaten jagt die Kripo Düsseldorf den bundesweit aktiven Bank- und Tankstellenräuber und Busentführer Thomas Feldhofer. Kurz vor Weihnachten hatte der 46-Jährige zuletzt in Sachsen-Anhalt zugeschlagen und erbeutete in einer Bank in Arendsee (Altmark Kreis Salzwedel) mehrere Tausend Euro. Am Freitag vergangener Woche meldete die Berliner Polizei, Feldhofers Fluchtwagen sei am Iburger Ufer in Charlottenburg entdeckt worden. Jetzt stellte sich allerdings heraus, dass einem Polizisten der silberfarbene Peugeot 3008 schon am 30. Dezember 2011 an gleicher Stelle aufgefallen war.
Wegen des zerstörten Fensters an der Beifahrerseite schrieb der Beamte damals aber lediglich eine Anzeige wegen Sachbeschädigung. Eine Halterabfrage erfolgte nicht, wie eine Polizeisprecherin am Donnerstag sagte. Als die Kripo Düsseldorf am 3. Januar noch in einem bundesweit erneut verbreiteten Fahndungsaufruf um Hinweise auf Feldhofer und den Pkw mit dem Kennzeichen MTK-F 450 bat, war in Berlin das Fahrzeug längst aktenkundig.
Ob der Gesuchte womöglich von dieser Panne profitierte, ist unklar, denn noch ist nicht sicher, wie lange Feldhofer sich in Berlin aufhielt. Dass er einige Tage in der Hauptstadt verbracht hatte, sollen Spuren belegen, die in dem inzwischen sichergestellten Wagen gefunden wurden. Und dennoch: „Selbst wenn er am 30. Dezember Berlin wieder verlassen hätte, hätte die Kripo Düsseldorf nur zu gern eine Woche früher vom Standort von Feldhofers Fluchtwagen erfahren. Die Geschichte ist unglücklich verlaufen“, sagte ein Düsseldorfer Polizeisprecher. Für Hinweise zur Ergreifung Feldhofers sind 5000 Euro Belohnung ausgesetzt.
Freundlich und extrem aggressiv
Mittwochabend war Feldhofer auch Thema in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY… ungelöst“. 24 Hinweise seien eingegangen, aber leider keine heiße Spur. „Wir hatten uns von der Sendung mehr versprochen“, berichtete ein Ermittler. Zwar böten die Hinweise die Chance auf ein Bewegungsbild, ein Hinweis auf den aktuellen Aufenthaltsort wäre den Zielfahndern, die ihren Schwerpunkt derzeit auf Berlin und Brandenburg legen, aber lieber gewesen. Umso ärgerlicher erscheint nun die Verzögerung von einer Woche. „Die Umstände, die zu dieser Panne führten, werden jetzt untersucht“, räumte eine Berliner Polizeisprecherin ein, ohne weitere Angaben zu machen.
Thomas Feldhofer soll bewaffnet sein und gilt als gefährlich, auch wenn er zunächst einen anderen Eindruck erweckt. Am 9.Dezember entging der Verbrecher nur knapp einer Festnahme in Krefeld, als er halsbrecherisch eine Polizeisperre umkurvte und Beamte in höchste Gefahr brachte. In Kronberg im Taunus (Hessen) hatte der 46-Jährige auf der Flucht vor der Polizei sogar einen Linienbus gekapert.
In den 90er-Jahren erbeutete Feldhofer bei elf Raubüberfällen 750.000 D-Mark. Das Geld verspielte der aus dem Rheinland stammende Elektriker in Kasinos und an Spielautomaten. Als er einmal zum zweiten Mal dieselbe Bankfiliale überfiel, wurde er von einem Opfer erkannt. Die Polizei konnte ihn fassen, die Richter verurteilten ihn 2001 zu elf Jahren Haft.
Schon 2008 kam Feldhofer frei, weil er sich gut geführt haben soll. Bis August 2011 lebte er unauffällig. Dann stahl er ein Nummerschild und überfiel eine Bank. Inzwischen zählt Feldhofer zu den meistgesuchten Kriminellen Deutschlands.




