Auf dem Waldfriedhof Dahlem hat am Freitagmorgen eine Trauerfeier für den auf der Flucht vor Angreifern tödlich verunglückten 23-jährigen Giuseppe M. stattgefunden. In die Kapelle waren etwa 300 Verwandte, Bekannte und Freunde des Gewaltopfers gekommen. Darunter der Schauspieler Klaus J. Behrendt, der vor allem aus dem Krimireihe Tatort (Köln) bekannt ist. Sein Sohn war sehr eng mit dem Verstorbenen befreundet.

Der Bruder Giuseppes und enge Freunde richteten bewegende Worte an die Trauernden. Der ehemalige Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und heutige Direktor der Stiftung Topographie des Terrors, Andreas Nachama, hielt die Trauerrede - teilweise auch in Hebräisch. Die Trauernden folgten dem hellen Holzsarg auf dem Berliner Waldfriedhof mit großer Anteilnahme. Einige hielten weiße Rosen in den Händen. Auf Kränzen stand auf italienisch "ultimo saluto“ - letzter Gruß.

Der junge Mann war laut Staatsanwaltschaft am 17. September 2011 auf der Flucht vor Schlägern in Panik aus dem U-Bahnhof Kaiserdamm auf die Straße gerannt, wo er von einem Auto erfasst und tödlich verletzt wurde. Viele Blumen am Unfallort erinnern seit Wochen an den Tod des 23-Jährigen.

Ein mutmaßlicher Schläger im Alter von 21 Jahren sitzt weiter in Untersuchungshaft. Der Haftbefehl gegen einen 22-Jährigen wurde dagegen aufgehoben, weil ihm keine Beteiligung an der Jagd auf das Opfer nachgewiesen werden konnte. Es wird aber weiter wegen gefährlicher Körperverletzung gegen den 22-Jährigen ermittelt.

Der Flucht des 23-Jährigen und seines Freundes soll laut Polizei eine Auseinandersetzung im U-Bahnhof Kaiserdamm vorausgegangen sein. Der Übergriff soll sich aber in einem Bereich abgespielt haben, der nicht von Videokameras erfasst war. Die beiden verdächtigen Angreifer hatten sich bei der Polizei gestellt. Sie sind der Polizei bereits wegen Raubdelikten und Körperverletzungen bekannt.

dapd/dpa/nbo