Prozessauftakt

Berliner Fleischer schneidet Frau Kehle durch

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Foto: Steffen Pletl

Wegen heimtückischen Mordes an seiner Lebensgefährtin muss sich ein 33 Jahre alter Mann vor dem Landgericht Berlin verantworten. Dem gelernten Fleischer wird vorgeworfen, der 29-Jährigen in ihrer Wohnung die Kehle durchgeschnitten zu haben.

Mit durchschnittener Kehle hatten Rettungskräfte eine 29-jährige Berlinerin am 21. Mai 2011 in ihrer Plattenbauwohnung im Stadtteil Hohenschönhausen aufgefunden. Ihr Freund hatte Polizei und Feuerwehr alarmiert. Doch die Retter kamen zu spät: Die Mutter eines kleinen Jungen starb noch in der Wohnung. Seit Mittwoch muss sich nun der 33 Jahre alte Fleischer wegen heimtückischen Mordes vor dem Berliner Landgericht verantworten. Über seinen Anwalt gestand er die Tat. Er bereue sehr und sei fassungslos, hieß es in seiner Erklärung. Es hieß, er habe der Frau einen „Schnitt in den Hals“ versetzt.

Gegen Mitternacht hatte die 29-Jährige bei Nachbarn an der Wieckerstraße geklingelt und zu sich gebeten. „Sie heulte und sagte, er hat Schluss gemacht“, erinnerte sich eine Nachbarin im Prozess. Kurz darauf sei aber der Angeklagte zurückgekommen und wollte reden, sagte die 24 Jahre alte Zeugin. Sie und ihr Partner hätten sich diskret auf den Balkon zurückgezogen. Von der 29-Jährigen sei lautes Geschrei zu hören gewesen. Worum es ging, hatte die Nachbarin nicht verstanden. Als sich die Situation beruhigte, war das Paar nach Hause gegangen.

Das Motiv ist bisher unklar. Der Polizei soll der Fleischer gesagt haben, „die Frau habe sich und ihn in die Scheiße gerissen“. Nach einer weiteren Version wollte sich die Partnerin angeblich umbringen und er habe ihr dabei geholfen. An diese Aussagen kann sich der Angeklagte nach Angaben der Verteidigung nun nicht mehr erinnern.

Der 33-Jährige gesteht die Tat, aber nicht einen kaltblütigen Mord. Er habe seine Freundin aber nicht hinterrücks angegriffen, als sie arglos auf ihrem Sofa lag. Er sei gut sichtbar mit einem Messer auf sie zugegangen. Nach dem Schnitt habe er Blut gesehen und sei geschockt gewesen. Er habe noch versucht, ihren Hals mit Klebeband zu umwickeln, um die Blutung zu stillen. Dann habe er den Notarzt und die Polizei alarmiert.

( dpa/sei )