Der designierte Berliner Polizeipräsident Udo Hansen (59) hat sich gegen den Vorwurf gewehrt, er habe als Berater gearbeitet, obwohl er 2008 aus gesundheitlichen Gründen vom Polizei-Dienst befreit war. Hansen sagte der „Bild“-Zeitung (Montag) er habe zu keinem Zeitpunkt doppelt kassiert. „Das ist unrichtig und absurd. Da ich ein bestimmtes Einkommen erzielt habe, ruhten meine Versorgungsbezüge“, sagt er. „Den Steuerzahler wird das sicher freuen.“
Hansen hatte 2010 für den Luftfahrtkonzern EADS in Saudi-Arabien sieben Monate lang den Aufbau einer Polizei-Behörde konzipiert. Der 59-Jährige weiter: „Der Amtsarzt hat 2008 festgestellt, dass ich den besonders strengen Anforderungen des Polizeivollzugsdienstes aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr genüge. Eine Verwendung für andere Laufbahnen wurde nicht geprüft oder angeboten. Den aktuellen Medizin-Check für den Posten des Polizeipräsidenten, der jetzt kein Vollzugsbeamter mehr ist, habe ich bestanden.“ Zum Sachverhalt sei er außerdem von den Fernsehreportern vor der Veröffentlichung nie befragt worden.
Das ARD-Magazin Fakt hatte berichtet, der ehemalige Bundespolizist habe während seiner Dienstbefreiung mindestens zwei Auftraggeber beraten, obwohl er weiterhin Gehalt vom Innenministerium erhielt. Hintergrund für die Befreiung vom Dienst soll laut Medienberichten auch politischer Streit mit Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) gewesen sein.
Derzeit wartet Hansen auf seine Ernennung zum Chef der Berliner Polizei-Behörde, weil der unterlegene Konkurrent Klaus Keese (60) erneut klagen will
dpa/nbo




