Dreieinhalb Jahre Haft

73-Jähriger vergeht sich an seiner Enkelin

Das Berliner Landgericht hat einen 73-Jährigen zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Er hatte sich an seiner Enkelin vergangen – und der 14-Jährigen für Sex Geld geboten.

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Wegen sexuellen Missbrauchs seiner Enkeltochter in knapp einem Dutzend Fällen muss ein 73-jähriger Berliner dreieinhalb Jahre in Haft. Nach dem Urteil des Berliner Landgerichts vom Donnerstag hat sich der Witwer auf seinem Boot und in zwei Wohnungen an dem anfangs 14-jährigen Mädchen vergangen. „Die sexuelle Beziehung beruhte nicht auf Gewalt, sondern Bezahlung“, stellte Richter Kai Dieckmann fest.

Der Rentner hatte bestritten und von einem Komplott der Enkelin und seiner Tochter gesprochen. Es handele sich um einen Racheakt, weil er die beiden nicht mehr finanziell unterstützt habe, hatte der Berliner behauptet.

Das Gericht hatte keinerlei Zweifel an den sehr detailreichen Aussagen des Opfers. Demnach hatte die Schülerin Geld für den Sex mit ihrem Opa bekommen. Die inzwischen 20-Jährige hatte ausgesagt, „es war dreckiges Geld, ich habe mich gefühlt wie eine Prostituierte“.

Zu dem ersten Übergriff kam es laut Urteil bei einer Bootstour in Brandenburg. Später habe sich der Großvater in seiner Wohnung und der Wohnung eines seiner Bekannten an der Schülerin vergangen. Es begann mit Streicheln und steigerte sich bis hin zum Geschlechtsverkehr, sagte Dieckmann. Als die Schülerin einen Gleichaltrigen kennenlernte, wollte sie ihrem Großvater nicht mehr zu Willen sein. „Der Opa war hochgradig sauer und verlangte Geschenke zurück“, beschrieb Richter Dieckmann das Ende der Beziehung.

Die Enkeltochter hatte lange gezögert, ihren Opa anzuzeigen. Ihr Freund hatte sie überredet, sich der Mutter anzuvertrauen. Danach kam der Fall ins Rollen.