Dort parkte das in Lettland zugelassene Fahrzeug am Dienstag vor einer kirchlichen Einrichtung. Mit circa 1,8 Millionen gefahrenen Kilometern auf dem Tacho sowie einer defekten Panoramascheibe am Oberdeck des Busses sollte die Fahrt nach einem Stopp in Berlin in Richtung Schweizer Alpen fortgesetzt werden - mit 65 Passagieren an Bord.
Bei der Überprüfung des Busses stellten die Beamten zahlreiche technische Mängel fest. So waren die Reifen an dem Reisebus bis auf die Karkasse abgefahren. "Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Reifen wegfliegen", sagt Burkhard Köhler vom Verkehrsdienst. Doch damit nicht genug. Bolzen an der Vorderachse fehlten. Das Chassis, bereits vom Rost durchlöchert, wies ebenfalls erhebliche Mängel auf. Auch weitere tragende Teile waren durchgerostet. Zudem drohte die Bremsanlage auszufallen. Die Leitungen waren porös, so dass beispielsweise bei einer notwendigen Gefahrenbremsung nicht der notwendige Bremsdruck hätte aufgebaut werden können.
Die Motorhaube an der Rückfront des Busses war lediglich mit einem Spanngurt befestigt. Das dafür vorgesehene Schloss fehlte gänzlich. Der Verteilerkasten für die Elektrik hing frei schwebend im Motorraum. Die Klimaanlage war defekt und einige durchgescheuerte Kabel waren notdürftig zusammengeknotet und mit Isolierband umwickelt. Als dann die Beamten den Kofferraum des Busses inspizierten, stießen sie auf einen "zweiten Tank". Mit mehr als 350 Litern Diesel gefüllt, lag der Riesenkanister unbefestigt auf dem Boden des Kofferraumes. Bei starken Neigungen oder auch einer Notbremsung drohte der Tank zu verrutschen und bei dem maroden Zustand der Karosserie sogar durch die Außenwand des Fahrzeugs zu brechen. "Das Fahrzeug darf in diesem Zustand aus eigener Kraft keinen Millimeter mehr fahren", sagt Burkhard Köhler. Es wurde von der Polizei sichergestellt und von einem Spezialfahrzeug in eine Werkstatt gezogen. Der Fahrer des Busses muss eine Strafe von 1800 Euro bezahlen.
Bereits im April hatten Beamte des Verkehrsdienstes einen maroden tschechischen Reisebus in Charlottenburg aus dem Verkehr gezogen. Im Heckbereich des Fahrzeugs war der Rahmen verrottet und ließ sich ohne größeren Aufwand in großen Teilen vom Bus lösen. Der Auspufftopf war abgerissen und vom Motor tropfte das Öl auf die Fahrbahn. Da der Benzintank gerissen war, hatte der Fahrer einen Pappkarton unter die tropfende Stelle gelegt.
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