Die Berliner Polizei hat am frühen Mittwochmorgen den tödlichen Unfall vom 17. September am U-Bahnhof Kaiserdamm in Charlottenburg nachgestellt. Dazu wurde der Kaiserdamm zeitweilig gesperrt, wie die Polizei mitteilte. Von der Aktion versprechen sich die Kriminalbeamten Aufschluss darüber, was tatsächlich geschehen ist. Auf der Flucht vor zwei 21 und 22 Jahre alten Schlägern war ein 23-Jähriger in Panik auf den Kaiserdamm gelaufen, dort von einem Auto erfasst und getötet worden. Ein 23 Jahre alter Zeuge meldete sich wenige Tage nach dem Unfall.

Giuseppe M. und sein Freund Raoul S. waren an Tatabend in einer U-Bahn der Linie 2 von drei jungen Männern angesprochen worden. Sie hätten Zigaretten verlangt und seien zu dem Zeitpunkt schon in einer aggressiven Stimmung gewesen. Nach Angaben der Polizei kam es anschließend zu einer körperlichen Auseinandersetzung. Giuseppe M. und Raoul S. flüchteten daraufhin und verließen die U-Bahn im Bahnhof Kaiserdamm in verschiedene Richtungen. Giuseppe M. rannte in Panik auf den Kaiserdamm. Offenbar übersah er dabei den VW. Der Fahrer konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und erfasste Giuseppe M. Der Mann aus Ingolstadt erlitt einen schweren Schock.

Das Unglück hatte in Berlin Entsetzen ausgelöst. Am 19. September hatten bei einer Demonstration Hunderte Menschen des toten jungen Mannes gedacht und am Unfallort zahlreiche Blumen niedergelegt. Sie erinnern auch jetzt noch an das Geschehen. Gegen die beiden 21 und 22 Jahre alten Beschuldigten waren bereits am 18. September Haftbefehle erlassen worden, nachdem sie sich der Polizei gestellt hatten