Studie

Hohe Arbeitslosigkeit hemmt Glück der Berliner

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Dass die Berliner nicht gerade als Frohnaturen bekannt sind, ist kein Geheimnis. Doch die Unzufriedenheit der Großstädter ist nicht ihrer Herkunft geschuldet, sondern der hohen Arbeitslosenquote, wie eine Studie der Universität Freiburg zu belegen meint.

Berliner sind nach einer neuen Studie unglücklicher als Menschen in vielen anderen Regionen Deutschlands. Im Vergleich von 19 Gebieten landet Berlin auf Platz 15, wie aus der am Dienstag vorgestellten Untersuchung hervorgeht. Die hohe Arbeitslosigkeit sei ein erhebliches „Glückshemmnis“, schreiben die Autoren.

Die glücklichsten Deutschen leben demnach in Hamburg – am wenigsten zufrieden sind die Menschen in Thüringen. Insgesamt hole der Osten aber in Sachen Glücksgefühl immer weiter auf, hieß es. Der Abstand zu Westdeutschland betrage derzeit nur noch 0,3 Punkte – nach der Wende waren es noch 1,3.

Positiv sehen die Berliner der Studie zufolge die kulturellen Angebote in ihrer Stadt. Der Anteil von Personen, die regelmäßig kulturelle oder religiöse Veranstaltungen besuchten, liege mit 42,3 Prozent über dem bundesdeutschen Niveau, heißt es in der Studie. Auch seien vergleichsweise viele Menschen mit ihrer Arbeit zufrieden. Negativ bewerten die Hauptstädter allerdings ihr Haushaltseinkommen und ihre Gesundheit sowie die hohe Arbeitslosigkeit.

Studienleiter Prof. Bernd Raffelhüschen, Direktor des Forschungszentrums Generationenverträge an der Universität Freiburg, und Prof. Renate Köcher, Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach, haben untersucht, wie verschiedene Faktoren auf die Lebenszufriedenheit der Deutschen einwirken. Darunter fallen Einkommen, Beruf, Familie, Gesundheit und Kultur. Als Grundlage dienten die Daten des sozio-ökonomischen Panels und eine Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach vom Frühjahr 2011.

( dpa/cb )