Zwei Bundespolizisten sind im Einsatz gegen Autobrandstifter von Unbekannten angegriffen und mit Messern bedroht worden. Erst als einer der beiden Beamten seine Dienstpistole zückte, ergriffen die Täter die Flucht. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) macht die fehlende ausreichende Polizeipräsenz auf den Straßen für solche Attacken verantwortlich.

Kurz vor Mitternacht waren die beiden Zivilbeamten – sie sind der Sonderkommission „Feuerschein“ unterstellt – in der City West unterwegs. Im Bereich der Joachimstaler Straße fiel ihnen ein Mann auf, der sich auffällig in der Nähe geparkter Autos bewegte. Nach kurzer Absprache entschlossen sich die Polizisten für eine Observation und verfolgten den Mann. Nach bereits wenigen Metern wurden sie jedoch plötzlich unvermittelt von zwei Unbekannten angegriffen, einem der Polizisten wurde sofort in den Bauch getreten.

Leichte Verletzungen

In der Folge der nun folgenden Auseinandersetzung traktierten die Unbekannten die Polizisten weiter mit Schlägen und Tritten und holten schließlich Messer hervor. In diesem Moment bedrohte einer der Beamten die Aggressoren mit seiner Waffe, die Täter flüchteten daraufhin. Eine sofort eingeleitete Fahndung der Länderpolizei blieb erfolglos. Einer der Polizisten wurden vorsorglich ins Krankenhaus zur Untersuchung gebracht, die Ärzte dort diagnostizierten jedoch keine schwerwiegenden Verletzungen, beide Beamte konnten im Dienst bleiben. Einem Ermittler nach muss die Frage geklärt werden, ob die Schläger es gezielt auf die Beamten abgesehen hatten, weil sie diese als Polizisten erkannt hatten. „Im Bereich des Bahnhofs Zoologischer Garten wird seit jeher mit Drogen gehandelt. Es ist daher durchaus denkbar, dass die Täter von einer Aktion gegen die Drogenszene ausgingen und deshalb so aggressiv geworden sind“, so der Kriminalbeamte.

In jedem Fall, so wertet der stellvertretende Landesvorsitzende der GdP, Detlef Herrmann, sei Gewalt in Berlin zum alltäglichen Berufsrisiko geworden. „Dieser massive gewalttätige Angriff ist ein Zeichen dafür, dass Gewalt auf dem öffentlichen Straßenland und im öffentlichen Personennahverkehr allgegenwärtig ist. Jeder kann unvermittelt Opfer von Gewalt werden. Auch aufgrund fehlender Polizeipräsenz auf der Straße gehen diese Gewalttäter davon aus, dass sie unbehelligt bleiben.“ Der Vorsitzende des Innenausschusses des Abgeordnetenhauses, Peter Trapp (CDU), reagierte bestürzt auf den Zwischenfall. „Unsere Polizisten sind im Dienst jeden Tag ungeheuren Gefahren ausgesetzt. Der Angriff mit Messern stellt eine erschreckende Qualität von Gewalt dar.“ Die Sonderkommission „Feuerschein“ war als Reaktion auf die mehr und mehr um sich greifenden Brandstiftungen auf Autos ins Leben gerufen worden. Zeitweise sind dafür bis zu 650 Beamte stadtweit im Einsatz, darunter auch Bundespolizisten aus Blumberg und Niedersachsen. Seit dem Bekanntwerden des groß angelegten Polizeiengagements hat die Intensität der Brandstiftungen abgenommen, auch die Fallzahlen gehen zurück. „Die vielen Nachahmungstäter haben festgestellt, dass solche Taten intensiv verfolgt werden und dass gegen ein kürzlich festgenommenes Pärchen auch Haftbefehle erwirkt werden konnten. Das alles zusammengenommen schreckt ab“, sagte Abgeordneter Peter Trapp.