Spitzenkandidat der Piraten

Andreas Baum - Hesse mit Faktenschwäche

Kurz vor der Wahl in Berlin steht die Piratenpartei in Umfragen bei mittlerweile neun Prozent. Vor dem Einzug ins Abgeordnetenhaus hat Spitzenkandidat Andres Baum keine Angst. Auch wenn er offenkundig noch Nachhilfe zu Berliner Inhalten benötigt.

Foto: dpa / dpa/DPA

Andreas Baum steht dieser Tage auch für ihn selbst etwas überraschend im Rampenlicht. Der 33-Jährige ist Spitzenkandidat der Piratenpartei für die Berliner Abgeordnetenhauswahl. Aktuelle Umfragen sehen die vor fünf Jahren gegründete Partei bei 6,5 bis 9 Prozent, sie würde damit zum ersten Mal in ein deutsches Landesparlament einziehen. Hier will Baum es sich „nicht in der Opposition bequem machen“, sondern mitgestalten, wie er sagt. Eine Blockadepolitik werde es nicht geben.

Der stets leger gekleidete Baum unterscheidet sich äußerlich deutlich von etablierten Politikern. In einem Anzug kann man sich ihn nur schwer vorstellen. Damit verkörpert er hervorragend das Image der Piraten, die laut Politikwissenschaftler Christoph Bieber von der in der Hauptstadt vorherrschenden „latenten Anti-Parteien-Stimmung“ profitieren.

Baum wurde 1978 in Kassel geboren, schloss dort eine Ausbildung zum Industrieelektroniker ab und lebt seit 2003 in Berlin. Derzeit arbeitet er im technischen Service eines Telekommunikationsunternehmens. Von 2008 bis 2011 führte er den Landesverband der Piraten, der in dieser Zeit wegen der aufkeimenden Debatte über eine Zensur des Internets stark an Mitgliedern gewann.

Baum sieht Einzug ins Parlament als Herausforderung

In seiner Partei ist Baum für die Themen Stadtentwicklung und Verkehr zuständig. Hier setzt er sich für ein fahrscheinloses Fahren mit BVG und S-Bahn sowie einen öffentlichen Raum ohne Kameraüberwachung ein.

Ein Einzug ins Abgeordnetenhaus wäre für Baum eine „große Herausforderung“, vor der die Partei jedoch „keine Angst“ habe. Als parlamentarischer Neuling sei sie aber auch offen für Beratung und Unterstützung.

Das scheint nötig, wie kürzlich ein TV-Auftritt im Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) zeigte, bei dem Baum die Schulden Berlins auf „viele, viele Millionen“ schätzte. Dabei steht das Land mit mehr als 63 Milliarden Euro in der Kreide.

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