Die Polizei hat am Mittwochmorgen in Berlin-Kreuzberg einen mutmaßlichen Autobrandstifter gefasst. Nachdem in der Böckhstraße gegen 4.10 Uhr zwei Motorräder und ein Auto gebrannt hatten, stellten die Beamten einen dringend tatverdächtigen 28-Jährigen kurz darauf in der Schönleinstraße und nahmen ihn fest. Aus Ermittlerkreisen erfuhr Morgenpost Online, dass der Mann möglicherweise kein Nachahmungstäter sei und wahrscheinlich für weitere Autobrandstiftungen in Berlin verantwortlich sein könnte.

Der Mann sei der Polizei bereits einschlägig bekannt, sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur dpa. Allerdings sei ein politisches Motiv für die Brandstiftungen bei ihm eher unwahrscheinlich. Der Verdächtige wurde den ganzen Vormittag bis in den Mittag hinein vom Staatsschutz vernommen.

Bereits am 30. August waren eine 23 Jahre alte Frau und ein 27 Jahre alter Mann als Autobrandstifter festgenommen worden . Bei ihnen soll es sich aber um Nachahmungstäter handeln. Das Paar hat inzwischen gestanden .

Anfang August hatte eine Serie von Brandstiftungen an Autos in verschiedenen Stadtteilen Berlins begonnen. Seit Jahresanfang sind bei Brandstiftungen weit über 500 Autos beschädigt worden . Seit zwei Wochen unterstützt die Bundespolizei mit Streifen die Berliner Beamten bei der Suche nach Tätern. Der Einsatz kostet das Land Berlin in der Woche 250 000 Euro. Insgesamt sind Nacht für Nacht bis zu 650 Polizisten im Einsatz.

In der Nacht zum Mittwoch wurden außerdem ein Motorroller in der Raoul-Wallenberg-Straße in Marzahn und ein weiteres Auto in der Rauchstraße in Spandau angezündet. In Marzahn wurde ein mutmaßlicher Täter beobachtet, der auf einem Fahrrad flüchtete. In allen drei Fällen wird geprüft, ob es ein politisches Motiv für die Brandstiftungen gibt.

BMO/dapd/tj