Torben P., als U-Bahnschläger deutschlandweit zu trauriger Bekanntheit gelangt, muss zurzeit zweimal pro Woche auf der Anklagebank im Kriminalgericht Moabit Platz nehmen. Demnächst könnte er nach langer Unterbrechung auch wieder die Schule besuchen. Der 18-Jährige, der nach seiner brutalen Attacke auf einen 30 Jahre alten Handwerker im April vom Unterricht ausgeschlossen wurde, darf nach Abschluss seines Verfahrens ein katholisches Gymnasium in Berlin besuchen. Das teilte Stefan Förner, der Sprecher des Erzbistums, am Sonnabend mit.
Mit dem Angebot entspreche das Erzbistum einer Bitte von Torben P. und seiner Familie und wolle ihm eine persönliche Perspektive geben, sagte Förner der Katholischen Nachrichtenagentur (KNA). Bereits vor zwei Wochen hatte der Berliner Weihbischof Mathias Heinrich erklärt, auch Torben P. müsse eine Chance auf Vergebung erhalten. Voraussetzung sei allerdings, er zeige Reue und übernehme Verantwortung für die Tat und ihre schrecklichen Folgen.
Der Fall Torben P. hatte über Berlin hinaus für Aufsehen gesorgt. Noch immer sind die Bilder aus der Überwachungskamera im U-Bahnhof Friedrichstraße vielen Menschen gegenwärtig. Sie zeigen, wie P. am Osterwochenende mit brutaler Gewalt auf den Kopf seines am Boden liegenden Opfers eintrat. Die Staatsanwaltschaft hat den Schüler deshalb wegen versuchten Totschlags angeklagt. Das Opfer und seine Anwälte bleiben bei ihrer Auffassung, es sei ein versuchter Mord gewesen, der 30-Jährige hat P.'s Entschuldigung mit aller Deutlichkeit zurückgewiesen.
Das letzte Wort, ob und wann Torben P. künftig ein katholisches Gymnasium besuchen kann, entscheiden allerdings nicht die Verantwortlichen der Kirche, sondern die Richter in Moabit. Wann sie ihr Urteil fällen, ist noch unklar, geplant ist es in der zweiten Septemberhälfte. Erst dann steht fest, ob Torben P. in eine Berliner Schule zurückkehren kann oder eine Haftstrafe antreten muss. hhn
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