1. Was muss passieren, um den Mittelstand in Berlin langfristig wachsen zu lassen?
Wir brauchen Investitionen und privates Kapital, damit die Berliner Wirtschaft weiter wachsen kann. Das betrifft bestehende Unternehmen genauso wie Neuansiedlungen. Wir wollen, dass Berlin in den nächsten Jahren wirtschaftlich noch attraktiver wird. Wir brauchen verlässliche politische Rahmenbedingungen, eine moderne und wirtschaftsfreundliche Verwaltung, Wissenstransfer aus den Universitäten in den Mittelstand, eine zielgerichtete Wirtschaftsförderung. Wir setzen auf die Green Economy. Denn nur die Wirtschaft, die auf mehr Effizienz und emissionsarmes Produzieren setzt, kann auf den Märkten bestehen. Weltweit wird nach Lösungen für eine ressourcenschonende, soziale und mobile Stadt gesucht. Berlin hat das Zeug, Modellstadt zu werden. Die Unternehmen können davon profitieren. Wir sorgen für Anreize durch öffentliche Investitionen in Klimaschutz und ein Klimaschutzgesetz. Wesentlich ist auch eine neue politische Kultur, Dialog und Bündnisse von Wirtschaft, Politik und Verwaltung, um Vertrauen zu schaffen für Investitionen.
2. Sollte sich die Wirtschaftsförderung auf bestimmte Branchen konzentrieren?
Wir unterstützen die bislang verfolgte Cluster- und Kompetenzfeldorientierung in der Berliner Wirtschaftsförderung mit der Maßgabe der regelmäßigen Evaluation. Es ist notwendig, die Berliner Stärken, insbesondere der Gesundheitswirtschaft und Kreativwirtschaft weiter auszubauen. Ebenso unterstützen wir den Masterplan Industriestadt. Allerdings müssen wir uns auf die richtigen, die klimaverträglichen Zukunftsindustrien konzentrieren.
3. Was würden Sie gegen den Fachkräftemangel in vielen Branchen tun?
Wir wollen im Dialog mit der Wirtschaft klären, welche Betriebe welche Fachkräfte brauchen und das mit vorhandenen Qualifikationen und Kompetenzen ohne formale Abschlüsse auf dem Arbeitskräftemarkt abstimmen. Nur so kann ermittelt werden, wo Offensiven nötig sind. Noch nicht vorhandene Qualifikation von Erwerbslosen und fehlende Ausbildungsfähigkeit bei Jugendlichen wollen wir in Kooperation mit der Berliner Wirtschaft mit Qualifizierungs- und Ausbildungsinitiativen begegnen. Die berufliche Bildung muss verstärkt werden. Wir brauchen breiteren Zugang zu höherer Bildung. Auch die Hochschulen müssen sich stärker öffnen. Und Berlin braucht familienfreundliche Strukturen, damit Frauen wie Männer Familie und Beruf leichter miteinander vereinbaren können.
Drei Fragen an Heiko Melzer (CDU)
Drei Fragen an Michael Müller (SPD)
Drei Fragen an Harald Wolf (Linke)
Drei Fragen an Volker Thiel (FDP)


