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Legalize it - Hanfparade zieht durch Berlin

Einmal im Jahr treffen sich in Berlin Hanf-Freunde und demonstrieren für eine Freigabe von Cannabis. Auch in diesem Jahr nahmen rund 2700 Menschen an dem Umzug teil.

Rund 2700 Hanf-Freunde haben laut Veranstalter am Sonnabend in Berlin-Mitte und Kreuzberg mit einer bunten Parade für die Freigabe von Cannabis-Produkten demonstriert. Wie die Polizei mitteilte, starteten die 20 Wagen am Nachmittag am Alexanderplatz und zogen über Kreuzberg zurück zum Reichstag - begleitet von lauter Musik und süßlichem Geruch.

Der Aufzug verlief nach Angaben eines Polizeisprechers ohne wesentliche Zwischenfälle. Nahe dem Bundestag sollte am späten Abend eine Abschlusskundgebung stattfinden.

Die Hanfparade findet bereits zum 15. Mal statt und steht in diesem Jahr unter dem Motto „40 Jahre sind genug - BtMG ade!“.

Der Sprecher der Hanfparade, Steffen Geyer, kritisierte am Sonnabend die Auflagen der Versammlungsbehörde. So sei der gesamte politische Teil der Abschlusskundgebung mit Vorträgen und Diskussionen über die Nutzung von Hanf untersagt worden. Auch seien Hanf-Nutzpflanzen vor Beginn der Demo sichergestellt worden. Dabei habe es sich um Pflanzenstängel gehandelt, die nur einen geringen Anteil des Wirkstoffes Tetrahydrocannabinol, kurz THC, beinhalten.

Vor dem Bundesgesundheitsministerium war außerdem eine Protestaktion des Selbsthilfenetzwerks Cannabis Medizin geplant. Es setzt sich dafür ein, dass Cannabis als Heilmittel legalisiert wird. Die Abkürzung BtMG steht für Betäubungsmittelgesetz. Es erlaubt den Anbau, Besitz und Handel von Hanf (Cannabis sativa) in Deutschland nur mit Genehmigung. Das Gesetz kriminalisiere Millionen Bürger, weil sie andere Substanzen bevorzugen als die Mehrheit, heißt es in einer Mitteilung des Vereins JaKiS; einem Zusammenschluss von Hanf-Freunden.

Auch die Linkspartei und die Grünen unterstützen eine Freigabe von Hanf. Seine Partei sehe „in einer Entkriminalisierung des Drogengebrauchs die Voraussetzung, um einen effektiven Jugend-, Gesundheits- und Verbraucherschutz zu ermöglichen. Die Menschheit hat von jeher Drogen genutzt“, sagte Linkspartei-Landeschef Klaus Lederer laut einer Mitteilung.

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