Brandserie

Ein Toter und 42 Verletzte bei Bränden in Berlin

In Berlin hat es am Wochenende mehrfach gebrannt. Dabei gab es 42 Verletzte und neun Menschen, die über eine Drehleitern in Sicherheit gebracht werden mussten. Für ein Opfer jedoch kam jede Hilfe zu spät. Nun wächst die Angst vor weiteren Brandanschlägen in der Hauptstadt.

Foto: Steffen Pletl

Bei mehreren Bränden sind am Wochenende in Berlin 42 Menschen verletzt worden. Bei einem Feuer in der Emser Straße in Neukölln wurden am Sonntag neun Menschen über eine Drehleitern in Sicherheit gebracht. Für ein Opfer kam die Hilfe zu spät. Die Feuerwehr konnte nur noch die Leiche bergen. Insgesamt wurden 23 Personen gerettet und in Sicherheit gebracht. Vier Löschstaffeln, sieben Rettungswagen, zwei Notarztwagen und ein zusätzlicher Notarzt waren bis 12 Uhr vor Ort im Einsatz.

Ersten Ermittlungen zufolge war das Feuer gegen 10 Uhr 45 im zweiten Obergeschoss in der Emser Straße ausgebrochen. Die Wohnung brannte vollständig aus. Aufgrund der starken Rauchentwicklung im Hausflur mussten 20 Hausbewohner in Sicherheit gebracht werden, darunter neun über eine Drehleiter der Berliner Feuerwehr. Als die Einsatzkräfte die Wohnung, in der das Feuer ausgebrochen war, öffneten, entdeckten sie einen leblosen Mann, bei dem es sich wahrscheinlich um den 65-jährigen Wohnungsmieter handelt. 15 Mieter mussten wegen des Verdachtes auf Rauchgasvergiftung ambulant in einer Klinik behandelt werden. Ein Brandkommissariat beim Landeskriminalamt hat die Ermittlungen zur Brandursache übernommen. Aufgrund der Löscharbeiten war die Emser Straße zwischen Bober- und Hermannstraße für rund drei Stunden gesperrt.

Durch eine Brandstiftung in Berlin-Mitte erlitten 25 Hausbewohner leichte Blessuren. Das Feuer war am frühen Sonntagmorgen im Fahrradkeller eines Wohnhauses in der Bernauer Straße ausgebrochen. Die Rettungskräfte weckten die Mieter, die in einer Straßenbahn der BVG eine Notunterkunft fanden. Die Verletzten wurden wegen Reizungen der Atemwege ambulant behandelt. Die Polizei ermittelt nun wegen schwerer Brandstiftung.

In den Nächten wurden auch wieder Autos in Brand gesteckt. Kurz vor Mitternacht stand am Freitag in Pankow ein Auto in Flammen. Einen Tag später hatten es die Brandstifter auf einen Wagen in der Heerstraße in Spandau abgesehen. Die Polizei geht in beiden Fällen von einem politischen Motiv aus.

In Reinickendorf weckte ein Spitz-Mischling seine schlafende Besitzerin, die so einen Brand in ihrem Flur bemerkte. Zuvor soll ein Einbrecher dort Kleidungsstücke angezündet haben. Die 21 Jahre alte Frau löschte die Flammen selbst.

Eine mutmaßliche Brandstifterin nahm die Polizei fest. Die 38-Jährige hatte laut einer Mitteilung am Samstagabend gleich zweimal in einem Haus in Gesundbrunnen Feuer gelegt. Zunächst zündete sie Papier vor einem Kellerfenster in der Steegerstraße an, das nach ihrer Flucht von Mietern schnell gelöscht wurde.

Eine halbe Stunde später kehrte sie zurück und legte auf einem Balkon Feuer, das auch gleich entdeckt wurde. Laut Polizei hatte die Frau Probleme mit dem Mieter des Kellers und der Wohnung.

Unbekannte setzten außerdem Müll und mehrere Kinderwagen in Brand. In der Nacht zum Samstag wurden in Prenzlauer Berg sowohl in der Kollwitzstraße als auch in der Belforter Straße Kinderwagen angezündet. Dabei beschädigte das Feuer in einem der Hausflure auch Fahrräder. Am Sonntagmorgen brannte in der Schönhauser Allee ein Kinderwagen, der die Kellertreppe hinabgestoßen worden war. Durch den Rauch erlitt eine 34-Jährige leichte Verletzungen.

In der Neuköllner Reuterstraße ging am frühen Samstagmorgen auf einem Gehweg Sperrmüll in Flammen auf. Durch die Hitze wurden ein daneben parkendes Auto sowie zwei Fahrräder beschädigt. #