Abiturienten von mehr als 40 Schulen in Berlin und Brandenburg sollen um ihren Abi-Ball betrogen worden sein. Mehrere entsprechende Anzeigen wurden gestellt. Der Vorwurf: Schüler hatten angeblich Geld für die Feiern an die Kreuzberger Event-Agentur Easy ABI überwiesen, die Firma aber existiere inzwischen nicht mehr - das Geld, heißt es weiter, sei bei den Veranstaltern nie eingegangen.

Nach Worten des Berliner Rechtsanwalts Karun Dutta, der mit dem Fall befasst ist, die Abiturienten in Berlin und Brandenburg um insgesamt etwa eine Million Euro betrogen. Bis zu 12.000 Jugendliche von insgesamt etwa 40 schulen sind demnach betroffen. Für die aufwändig geplanten Abi-Bälle in des Hotels Hotel Maritim, Hyatt oder Tegel Palais haben die Familien der Schüler den Angaben zufolge je nach Anzahl der Gäste zwischen 50 und 500 Euro gezahlt.

Die Schüler des Max-Planck-Gymnasiums in Mitte etwa wollten ursprünglich am kommenden Sonnabend im Maritim pro Arte ihren Abschluss feiern. Mindestens sieben Schulen hatten ihre Abi-Bälle in den Rämen der Hotelkette veranstalten wollen. Das Maritim sei an einer Lösung interessiert, hieß es von Seiten des Unternehmens. Den Schülern sollte ein Angebot zu einem geringeren Preis gemacht werden.

„Doch viele Schüler können es sich einfach nicht leisten, ein zweites Mal für den Abi-Ball zu bezahlen", sagt Abiturientin Sevgi Yasar (20)vom Abi-Komitee der Max-Planck-Schule. Die Schüler hatten bereits am Wochenende einen Rechtsanwalt eingeschaltet und Anzeige bei der Polizei erstattet. In einem weiteren Fall hatten Abiturienten über die Event-Agentur eine Abschlussreise nach Spanien gebucht; bislang hat die Gruppe keine Reiseunterlagen erhalten.

42.000 Euro Verlust für Melanchthon-Gymnasium

Bis Dienstagnachmittag waren von sechs Schulen Strafanzeigen wegen Leistungsbetrugs bei der Berliner Polizei eingegangen. Den höchsten Verlust macht bislang das Melanchthon-Gymnasium geltend: Hier hatten Familien bereits mehr als 42.000 Euro für den Abi-Ball eingezahlt.

Der Betreiber der Firma, die ihre Dienste vor allem im Internet anbietet, ist nach Angaben eines Polizeisprecher verschwunden. Allerdings habe es bei dem Unternehmen einen Besitzerwechsel gegeben. Das Landeskriminalamt ermittle nun, wer verantwortlich gewesen sei und auf wessen Konten die Gelder eingingen.