Tausende Radfahrer sind am Sonntag bei der zweitgrößten Radveranstaltung Europas in Berlin an den Start gegangen. Zuerst fiel der Startschuss für die 60-Kilometer-Distanz. Teilnehmer der 120-Kilometer-Strecke und des Profirennens Prorace starteten danach.
Berlin-Rekord bei 60-Kilometer-Rennen
Nach exakt 1:27:45.42 traf der erste Sportler über die 60-Kilometer-Distanz im Ziel ein. Moritz Schaffner fuhr damit eine neue Bestzeit in Berlin. Auf ihn folgten Christian Jäger mit 1:28:35.02 und Christian Lamczyk mit 1:28:44.27. Schnellste Frau war Carola Skarabela mit einer Zeit von 1:30:27.51, gefolgt von Katrin Fischer (1:36:38.97) und Sabine Dittmann (1:36:41.22).
Sturz nach Ziellinie verläuft glimpflich
Schrecksekunde um kurz nach 10 Uhr: Ein Radfahrer stürzte rund 30 Meter hinter der Ziellinie. Die folgenden Fahrer reagierten geistesgegenwärtig und konnten ausweichen. Der Gestürzte hatte Glück – er trug lediglich kleinere Schürfwunden davon.
Die ersten rund 200 Teilnehmer der 120-Kilometer-Variante für Ausdauersportler kamen nach rund 2:45 Stunden beinahe gleichzeitig an. Auf der Strecke waren viele Radler wegen starkem Wind im großen Pulk ohne größere Ausreißversuche im gegenseitigen Windschatten gefahren.
Berliner gewinnt über 120 Kilometer
Mit 2:45:03.73 gewann der Berliner Jörn Reuß das 120-Kilometer-Rennen vor Daniel Knyss (2:45:03.85) und Oliver Schneider (2:45:03.85). Schnellste Frau war Gunda Häußler mit 2:49:19.49 gefolgt von Arila Kaiser (2:52:02.03) und Sabine Lengert (2:55:30).
Bei einem weitere Zwischenfall stürzte ein Fahrer diesmal zirka 40 Meter vor dem Ziel. Helfer und Zuschauer halfen dem Mann wieder auf die Beine. Daraufhin schob er sein Rad über die Ziellinie und begab sich direkt in ärztliche Behandlung.
Bei warmen Temperaturen und Sonnenschein herrschte während des Rennens gute Stimmung am Streckenrand. Sportstaatssekretär Thomas Härtel ist sich sicher "dass wir in drei bis vier Jahren die Veranstaltung in Hamburg übertreffen werden". Noch gilt der Velothon "nur" als zweitgrößte Radveranstaltung Europas.
Verkehr in und um Berlin lahmgelegt
Gegen 16.30 war dann auch das Profi-Rennen gelaufen. Nach der letzten Runde entfernen Streckenposten Schilder entlang der Straße des 17. Juni.
Zuvor waren zahlreiche Straßen in der City über Stunden gesperrt worden. Betroffen waren unter anderem die Straße des 17. Juni und die Straße Unter den Linden. Insgesamt zog sich die Rennstrecke, die während des Wettkampfes auch von Fußgängern nicht überquert werden durfte, durch acht der zwölf Bezirke.
Auf dem Stadtring A 100 bildeten sich der Polizei zufolge teils kilometerlange Rückstaus. Die Autobahn war an der Anschlussstelle Tempelhofer Damm gesperrt und im Bereich Spandauer Damm nur teilweise nutzbar. Die A 115 konnte an der Anschlussstelle Hüttenweg nicht befahren werden.
Auch der öffentliche Nahverkehr war stark eingeschränkt. Mehr als 50 Bus- und sieben Straßenbahnlinien wurden zeitweise umgeleitet, in Teilen oder sogar komplett eingestellt. Die Einschränkungen sollten nach Angaben der BVG noch bis zum Abend dauern. Der Veranstalter hatte bereits zuvor empfohlen, auf U- und S-Bahn umzusteigen.
Der Skoda Velothon Berlin fand zum vierten Mal statt. Erwartet wurden der Polizei zufolge 15.000 Freizeitsportler, die auf 60 Kilometern durch die Hauptstadt fuhren. Ausdauerradsportler gingen auf einer 120-Kilometer-Strecke an den Start, die auch in die Brandenburger Landkreise Teltow-Fläming und Potsdam-Mittelmark führte. Darüber hinaus wurde erstmals ein Profiradrennen über 180 Kilometer ausgerichtet, zu dem sich 160 Fahrer angemeldet hatten.
dapd/sid/tj/ag









