Berlin-Schönefeld

Verspätungen nach Warnstreik bei Easyjet

Wer am Sonnabend mit Easyjet von Berlin-Schönefeld starten wollte, musste sich auf Verspätungen und Flugausfälle einstellen. Ver.di streikte an der deutschen Easyjet-Basis.

Foto: dpa / dpa/DPA

Ein neuerlicher Warnstreik der Dienstleistungs-Gewerkschaft Verdi hat am Samstag bei der Fluggesellschaft Easyjet in Berlin-Schönefeld Verspätungen und Flugausfälle verursacht. Insgesamt mussten seit den Morgenstunden zehn Flüge von und nach Berlin gestrichen werden, wie die Fluggesellschaft mitteilte. Betroffen waren Verbindungen nach Spanien, Italien, Griechenland und Schweden. Der Streik wurde gegen 12.00 Uhr beendet. „Jetzt läuft wieder alles normal. Es wird aber auch im Laufe des Tages noch Verspätungen geben“, sagte eine Easyjet-Sprecherin.

Flughafensprecher Ralf Kunkel empfahl allen Easyjet-Kunden, sich rechtzeitig im Internet zu informieren, ob ihr Flug am Samstag überhaupt stattfindet. Sogenannte Infoteams stünden auf dem Airport bereit. Gestrichen wurden Verbindungen von und nach Barcelona, Neapel, Göteborg, Madrid und Rom. An den Warnstreiks beteiligten sich sowohl das Bordpersonal als auch die Piloten.

Auch die Fluggesellschaft informiere auf ihrer Internetseite über die aktuellen Verspätungen, sagte die Sprecherin. Das Unternehmen bedauerte in einer Stellungnahme, dass die Gewerkschaft „unangemeldet“ streike. Betroffene Passagiere seien soweit wie möglich per SMS oder E-Mail informiert worden. Die Flüge könnten kostenlos umgebucht werden, auch werde der Ticketpreis erstattet. Verdi hatte erst 15 Minuten vor Beginn über den Ausstand informiert.

Der Streik ziele darauf ab, „den Flugverkehr zu beeinträchtigen und Unanehmlichkeiten für die Passagiere zu verursachen“, kritisierte das Unternehmen. Easyjet sei weiterhin gesprächsbereit, betonte die Sprecherin. Einen genauen Termin für neue Verhandlungen oder ein Angebot nannte sie am Samstag nicht.

Laut Verdi-Sprecher Holger Rößler beteiligten sich rund 60 Mitarbeiter der Frühschicht an dem Warnstreik. Er rechtfertige die kurzfristige Ankündigung damit, dass das Unternehmen ansonsten die Möglichkeit gehabt hätte, Personal aus anderen Ländern nach Schönefeld zu bringen. So sei dies erst gegen Mittag möglich gewesen. „Wir hoffen jetzt auf ein wirklich neues Angebot“, betonte Rößler. Easyjet habe sich bislang in den Gesprächen überhaupt nicht bewegt. „Wir sind durchaus kompromissbereit. Wir machen das ja nicht zum Spaß“, sagte er. Zugleich kündigte er an, dass sich die Gewerkschaft nun möglicherweise auf eine Urabstimmung vorbereiten müsse.

Hintergrund der Arbeitsniederlegungen sind die seit Monaten laufenden Tarifverhandlungen, die bislang ohne Ergebnis geblieben sind. Das britische Unternehmen Easyjet beschäftigt in Schönefeld rund 240 Flugbegleiter und 110 Piloten. Verdi hatte bereits Anfang April zu einem Warnstreik bei der Gesellschaft in Schönefeld aufgerufen.