Das erste Etappenziel ist erreicht: Um den „Berliner des Jahres 2010“ zu finden, hatten Berliner Morgenpost und 104.6 RTL ihre Leser und Hörer aufgerufen, Vorschläge einzureichen und Kandidaten für die Auszeichnung zu benennen. Die Resonanz war wieder einmal überwältigend. Zuschriften kamen nicht nur aus Berlin, sondern auch aus anderen Bundesländern. Dafür möchten wir uns bei allen, die mitgemacht haben, herzlich bedanken.
Nun ist die Einsendefrist abgelaufen, und unsere Expertenjury hat die knifflige Aufgabe, aus den vielen Nominierungen den Berliner oder die Berlinerin auszuwählen, der oder die den Titel am meisten verdient. Das Spektrum der Kandidaten spiegelt die gesamte Bandbreite des Berliner Lebens wider, fast 100 Personen wurden vorgeschlagen.
Zu denen, die sich besonders viele Leser und Hörer als Preisträger wünschen, gehört der Bezirksbürgermeister von Neukölln, Heinz Buschkowsky (SPD). Wilfried Adam aus Schöneberg schreibt dazu: „Er redet Klartext, verbindet soziales Engagement mit Realismus und leistet Hervorragendes für den Zusammenhalt der Gesellschaft.“ Thea Feuerbach aus Rudow meint: „Er hat nicht nur viel für unseren Bezirk Neukölln getan, sondern mit seinen Initiativen für ganz Berlin Vorbilder geschaffen und auch dazu beigetragen, dass der Austausch von Ideen und Projekten mit anderen Städten in Gang kommt.“
Ebenfalls vielfach nominiert ist Pater Klaus Mertes, Rektor des Canisius-Kollegs. Nachdem er sexuellen und sadistischen Missbrauch von Jungen durch Jesuiten am Kolleg öffentlich gemacht hatte, setzte eine bundesweite Auseinandersetzung mit dem Thema ein. Weitere Opfer meldeten sich – nicht nur aus katholischen Einrichtungen. Dorothee Baur (per E-Mail) schreibt dazu: „Er verdient großen Respekt, weil er sich mit seinem Mut zur Aufklärung zwischen alle Stühle gesetzt hat.“
Pfarrer Bernd Siggelkow, der Gründer des christlichen Hilfswerks „Arche“ gehört seit Jahren zu den 50 Persönlichkeiten, die in die engere Auswahl für den Berliner des Jahres kommen. Auch diesmal hat er wieder viele Sympathien gewonnen. Gitte Ley schreibt in ihrer E-Mail: „Dieses Engagement für Kinder ist super. Oft haben die Eltern keine Kraft mehr oder schämen sich ihrer Armut. Da greift das Projekt der Arche ein. Kinder haben wieder eine kleine Perspektive, sie werden beachtet, betreut und man gibt ihnen nicht nur eine warme Mahlzeit.“ „Auf Bernd Siggelkow können alle Berliner stolz sein“, meint auch Hans Wall, Aufsichtsratsvorsitzender der Wall AG.
Die verstorbene Jugendrichterin Kirsten Heisig wurde ebenfalls genannt. „Sie war die einzige, die sich getraut hat, Familien in die Verantwortung zu nehmen, bis auch die Politik nicht mehr wegsehen konnte und ihren Weg verfolgte“, schreibt etwa Silke Laun aus Bohnsdorf. Auch Jürgen Schulz, der Gründer des Kinderhospizes „Sonnenhof“ und Vorstand der Björn-Schulz-Stiftung, gehört zu den Nominierten. „Nichts erfordert mehr Kraft und Selbstaufgabe als die Begleitung von sterbenskranken Kindern“, sagt Werner Grabow aus Spandau.
Viele Leser votierten für Ex-Finanzsenator Thilo Sarrazin. Sein Buch „Deutschland schafft sich ab“ wurde zum Bestseller. „Er hat Millionen zum Nachdenken gebracht“, meint Dieter Staude aus Friedenau. „Er hat mit seinem zum Teil provokanten Buch erreicht, dass über Integrationspolitik gesprochen wird“, schreibt Horst Wonneberger aus Charlottenburg. „Mehr Wahrheit geht nicht“, sagt Birgit Hipper aus Prenzlauer Berg.
Die 50 Kandidaten, die am häufigsten genannt wurden und sich in diesem Jahr um Berlin und die Berliner verdient gemacht haben, stellen wir Ihnen hier vor. Einige gehörten bereits im vergangenen Jahr zum Kreis der Nominierten, viele sind zum ersten Mal dabei. Die Jury von Berliner Morgenpost und 104.6 RTL wird nun die Liste der Präsentierten durchgehen und alle Vorschläge diskutieren. Am 3. Januar 2011 werden wir dann das Geheimnis lüften.


