Architekturwettbewerb

Dresdner bauen Platz vor Jüdischer Akademie

Sabine Gundlach

Foto: Rehwaldt Landschaftsarchitekten

Der europaweite Wettbewerb für die Gestaltung des neuen Platzes vor der geplanten Jüdischen Akademie in Berlin-Kreuzberg ist entschieden. Es wird ein steinernes Areal mit wenigen grünen Akzenten.

Das Büro Rehwaldt Landschaftsarchitekten aus Dresden überzeugte die Jury mit seinem Entwurf, der das Areal an der Kreuzberger Lindenstraße und den angrenzenden Besselpark in der südlichen Friedrichstadt mit dem Jüdischen Museum visuell verbindet. In einem vorgeschalteten Bewerbungsverfahren waren 20 Landschaftsplaner ausgewählt wurden, 17 Büros hatten Entwürfe eingereicht.

„Da die zur Akademie umgebaute Blumengroßmarkthalle und das Jüdische Museum räumlich getrennt sind, haben wir uns für einen freien Platz entschieden, der einen Blick zum Museum erlaubt und zugleich Aufenthaltsqualität bietet“, sagte Projektleiter Sebastian Fauck Morgenpost Online. In der ehemaligen Blumenhalle, die nach den Plänen des Architekten Daniel Libeskind umgebaut wird, sollen künftig Bibliothek, Archiv und museumspädagogische Einrichtungen des Jüdischen Museums untergebracht werden.

Nach Angaben der Wettbewerbssieger wird der neue Stadtplatz in Bezug zum Areal vor dem Jüdischen Museum mit Natursteinen belegt, eine Fußgängerampel soll gefahrloses Queren der Lindenstraße ermöglichen. Den einzigen grünen Akzent auf dem sonst ausschließlich steinernen Platz setzen die bereits jetzt dort stehenden Bäume. Drei große Sitzelemente an den Rändern sollen zudem zur Aufenthaltsqualität vor der Akademie beitragen. Der 4800 Quadratmeter große Platz (Kosten 1,74 Millionen Euro) soll bis zur Eröffnung der Jüdischen Akademie bereits im Frühjahr 2012 fertig sein.

Die Dresdner Landschaftsarchitekten um Till Rehwaldt haben in Berlin bereits den sogenannten ULAP-Park in der Nähe des Berliner Hauptbahnhofes realisiert, für den sie 2009 mit dem Deutschen Landschaftsarchitekturpreis ausgezeichnet wurden.