Arbeitnehmer in Berlin und Brandenburg sind in den vergangenen Jahren flexibler geworden. In beiden Bundesländern sei die Zahl der Berufspendler seit 2005 gestiegen, erklärte die Präsidentin des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg, Ulrike Rockmann, am Freitag in Berlin. Dort stellte sie das neu erschienene Statistische Jahrbuchs 2010 vor.
2009 pendelten 68.240 Berliner nach Brandenburg, 14,3 Prozent mehr als 2005. Im Gegenzug kamen 176.800 Brandenburger in die Hauptstadt. Das waren 15,3 Prozent mehr als 2005. Die Verflechtung zwischen Berlin und Brandenburg sei sehr „massiv“, sagte Rockmann. „Man muss sich also nicht über überfüllte S-Bahnen und verstopfte Straßen wundern“, fügte sie hinzu.
Weitere rund 72.000 Berliner üben ihren Beruf in einem Ort außerhalb Brandenburgs aus. Damit fuhren 51 Prozent der insgesamt knapp 140.000 sozialversicherungspflichtigen beschäftigten Berliner, die ihren Hauptwohnsitz in Berlin haben, aber außerhalb der Stadt arbeiten, zum Job in einen Ort außerhalb Brandenburgs
Pendler in Berlin und Brandenburg nehmen oft lange Wege und viel Zeit in Kauf: Etwa die Hälfte benötigt 30 bis 60 Minuten zur Arbeit und fährt 25 bis 50 Kilometer. Auch innerhalb Berlins kann der Weg zur Arbeit dauern: Dort wohnt nur etwa die Hälfte der Arbeitnehmer weniger als zehn Kilometer vom Arbeitsort entfernt. Rund 60 Prozent sind in weniger als einer halben Stunde bei der Arbeit. Der Rest muss länger fahren.
In Brandenburg schaffen es rund 81 Prozent der Beschäftigten in weniger als einer halben Stunde zur Arbeit, obwohl auch dort nur etwas mehr als die Hälfte (56,5 Prozent) weniger als zehn Kilometer vom Arbeitsplatz entfernt lebt.
Rund 1,1 Millionen Beschäftigte wurden 2009 in Berlin gezählt (Anteil der Pendler: etwa 14 Prozent). 2005 waren es 9,1 Prozent weniger Beschäftigte. Damals war laut Rockmann die Talsohle des Beschäftigungsabbaus erreicht. In Brandenburg gab es rund 738.000 dieser Arbeitsplätze, das bedeutet einen Zuwachs von 5,6 Prozent.
Die Statistiker benutzten Daten der Agentur für Arbeit und berücksichtigten nur sozialversicherungspflichtig Beschäftigte.
dpa/dapd/sei



