Bio-Rasenpflege

Bald könnten Schafe das Tempelhofer Feld "mähen"

Schöner sparen mit Kühen und Schafen - und dabei noch die Umwelt schonen. Das dachte sich der Berliner Senat und will nun vermehrt Weidetiere als ökologische Rasenmäher auf öffentlichen Grünflächen einsetzen.

Sparen nach dem Rasenmäherprinzip ist eher verpönt. Sparen mit Weidetieren dagegen ist im Kommen. Die Spandauer SPD will die Verwaltung prüfen lassen, ob es nicht sinnvoller wäre, Grünflächen – rein ökologisch und energie- sowie personalsparend – von Tieren beweiden zu lassen, anstatt sie vom zwar schon personell zusammengesparten aber dennoch pflegeintensiven Grünflächenamt mähen zu lassen. Mit ihrem Vorschlag stehen die Genossen nicht alleine da. Mehrere Bezirke greifen auf sehr großen oder schwierig zu pflegenden Arealen auf Grasfresser zurück.

Gerade im Ostteil Berlins „sind damit gute Erfahrungen gemacht worden“, sagt SPD-Bezirksverordneter Matthias Judt. In Marzahn, Treptow-Köpenick und Lichtenberg sind bereits Rinder oder Schafe im Einsatz, inklusive privater oder eingestellter Schäfer. Gerade auf großen Arealen kommen die Tiere zum Einsatz, wo eine Rasenmäher-Aktion teuer wäre.

Interesse an den Schafen hat mittlerweile auch der Bezirk Reinickendorf angemeldet: So werde derzeit geprüft, ob sich Schafe zur Beweidung des Tegeler Flieses eignen könnten. Bis zu 800 Hektar an nicht genutzter oder bebauter Fläche, so hat der Verein Agrarbörse Deutschland Ost ermittelt, könnten in ganz Berlin grundsätzlich als Schafweide in Frage kommen, darunter auch Teile des ehemaligen Flughafens Tempelhof.

Auch in Spandau gibt es ein Vorbild: Die Rieselfelder in Gatow wurden bis vor rund 20 Jahren von einem Schäfer mit seiner Herde bewandert. Erstmals in diesem Jahr sollen auch Wasserbüffel, wie sie bereits auf der Pfaueninsel in Zehlendorf im Einsatz sind, den Bewuchs auf den Freiheitswiesen und den Tiefwerder Wiesen in Spandau abgrasen. Die Idee der Spandauer SPD, Weidetiere auf öffentlich intensiv genutzten Flächen wie zum Beispiel den Spektewiesen anzusiedeln, hält Grünflächenamtsleiterin Elke Hube dagegen für „eher schwierig: Die Tiere würden bei zu vielen Menschen nervös“, sagt sie.

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