Die Staatsanwaltschaft Aachen hat zwei 20 und 25 Jahre alte Männer aus der rechtsextremistischen Szene unter anderem wegen der Vorbereitung eines Sprengstoffanschlags angeklagt. Wie die Behörde am Dienstag mitteilte, hatten die beiden Angeschuldigten Sprengkörper aus pyrotechnischen Gegenständen und Glasscherben gebaut, die bei einer Zündung auch Menschen hätten verletzen können. Die Sprengkörper sollten am 1. Mai dieses Jahres in Prenzlauer Berg in Berlin bei ein Demonstration der rechten Szene gegen Polizisten und Gegendemonstranten eingesetzt werden. Durch eine Polizeikontrolle konnte der Anschlag verhindert werden.
Zudem müssen sich die beiden Männer wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verantworten. So sollen sie Anfang August mehrere Gebäude und Objekte mit roter Farbe und Hakenkreuzen beschmiert haben. Auf die Mauer des Jüdischen Friedhofes Aachen schmierten sie einen volksverhetzenden Spruch. Zudem schrieben sie Slogans auf die Parteibüros der Linken und der Grünen. Auch die Werbetafel eines Zeitungsverlages wurde unter anderem beschmiert.
Die aus Aachen stammenden Männer waren bis zu ihrer Festnahme im September dieses Jahres den Angaben zufolge Mitglieder der „Kameradschaft Aachener Land“ und befinden sich seit September in Untersuchungshaft. Der 20-Jährige gestand, den Sprengkörper „spontan“ hergestellt zu haben. Zu der Tat habe er sich „nie Gedanken gemacht“. Der 25 Jahre alte Mann hat sich den Angaben zufolge bislang nicht geäußert.
Da einer der beiden Angeschuldigten noch Heranwachsender ist, soll das Verfahren vor der großen Jugendkammer des Landgerichts Aachen stattfinden. Sollten die beiden wegen der Vorbereitung eines Sprengstoffanschlages verurteilt werden, droht ihnen eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren. Zudem muss das Gericht prüfen, ob es den jüngeren Angeschuldigten nach Jugendstrafrecht verurteilt.
dpa/tj


