Lautstarke Buhrufe, Pfiffe, Beschimpfungen. Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) schlug am Sonnabend heftiger Protest bei einer weiteren Demonstration gegen die die Flugrouten für den neuen Hauptstadtflughafen BBI in Schönefeld entgegen. Rund 8000 Menschen machten laut Veranstalter in Stahnsdorf (Potsdam-Mittelmark) ihrer Wut Luft. Die Polizei sprach von deutlich weniger Teilnehmern. Laut war der Protest jedoch in jedem Fall. „Wir brauchen keine Münchhausenpolitik“, hieß es auf einem Plakat und „Lügner“ hallte es durch die Kälte.

Die Demonstranten machten in Stahnsdorf deutlich: Das Vertrauen ist hin. Sie warfen Platzeck und Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (beide SPD) Vertuschung und Lügen vor. Platzeck ging darauf einmal mehr ein: Es sei ein großer Fehler gewesen, den Menschen im Rahmen des Planfeststellungsbeschlusses von 2004 nicht deutlich zu machen, dass dabei die Flugrouten nicht festgelegt werden. „Dadurch haben wir es zugelassen, dass es zu einem Vertrauensverlust gekommen ist“, sagte Platzeck. So etwas dürfe die Politik eigentlich nicht zulassen. Brandenburgs Regierungschef will nun alles daran setzen, das Vertrauen wiederherzustellen. Helfen soll Transparenz.

Doch die Bürger sind misstrauisch. Dazu hat zuletzt auch ein Bericht über angebliche Geheimabsprachen zwischen Platzeck und Wowereit (beide SPD) beigetragen, wonach Potsdam das Nachsehen hätte. Beide haben am Freitag heftig dementiert. Platzeck wiederholte dies am Samstag: „Klipp und klar: die gibt es nicht“, sagte er.

dpa/sei