Im Streit um die Flugrouten für den künftigen Hauptstadtflughafen BBI wird der Protest immer stärker. Nach Angaben der Bürgerinitiative Lichtenrade-Mahlow kamen am Montagabend in Lichtenrade rund 6000 Menschen zusammen, um gegen drohenden Fluglärm über bewohntem Gebiet zu protestieren. Das war die bislang höchste Teilnehmerzahl. Bei der Demonstration in der vergangenen Woche fanden sich etwa 4500 Menschen ein. Nach Angaben der Polizei verlief die Demonstration am Montag friedlich und ohne Zwischenfälle.
Der Sprecher der Bürgerinitiative, Simon Lietzmann, ging auf die jüngsten Äußerungen von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer ein. Der CSU-Politiker hatte alle Beteiligten aufgefordert, die Ende der 90-er Jahre vorgelegten Flugrouten und nicht Strecken über dem Südwesten Berlins als Basis aller weiteren Planungen zu nehmen. Lietzmann sagte: „Das sind alles Worte, wir wollen Taten sehen.“
Nach Angaben einer Sprecherin traf dies auch die Stimmung unter den Demonstranten. Die Entspannung in der öffentlichen Debatte sei „sehr wohlwollend aufgenommen“ worden, die Menschen seien aber noch nicht überzeugt, dass sie vom Fluglärm in den südlichen Regionen Berlins verschont bleiben. Die Initiative und die Teilnehmer der Montags-Demos seien fest entschlossen, den Protest fortzusetzen.
Die zuständige Fluglärmkommission will auf ihrer nächsten Sitzung am 8. November über die Abflugrouten beraten. Flughafenchef Rainer Schwarz hatte sich vor dem vergangenen Wochenende zuversichtlich geäußert, dass eine Lösung gefunden wird, die die Lärmbelastung für die Region möglichst gering hält, zugleich aber in Spitzenzeiten gleichzeitige Starts auf beiden Startbahnen ermöglicht. Der Flughafen soll im Juni 2012 eröffnet werden.
Die Deutsche Flugsicherung (DFS) hatte Anfang September ein neues Routenmodell vorgelegt. Überraschenderweise sollten danach startende Maschinen mehr Orte in Brandenburg und den Süden Berlins überfliegen als bislang bekannt. Dies löste in den betroffenen Gemeinden laute Proteste aus.



