Eine Demonstration der linken Szene gegen die geplante Räumung des besetzten Hauses Liebigstraße 14 in Berlin-Friedrichshain ist am Freitagabend weitgehend friedlich geblieben. Der Protestzug mit 600 bis 700 Teilnehmern sei über weite Strecken ohne Zwischenfälle verlaufen, teilte die Polizei mit. Drei Menschen wurden wegen Verstößen gegen das Vermummungsverbot festgenommen, davon einer auch wegen gefährlicher Körperverletzung. Nach Ende der Demonstration warf eine Gruppe teils vermummter Menschen die Scheiben dreier Wagen der Bundespolizei ein, zwei wurden festgenommen.

Am heutigen Sonnabend ist eine weitere Demonstrantion geplant. Die Polizei rechnet dabei mit 2000 Teilnehmern. Die Demonstration beginnt am Kottbusser Tor, führt durch Kreuzberg und endet in Friedrichshain. Das Haus, in dem etwa 25 Menschen in einer Wohngemeinschaft leben, soll in der nächsten Woche geräumt werden. Ob die Polizei tatsächlich am Mittwochmorgen, wenn die Frist zum Verlassen des Hauses ausläuft, mit der Räumung beginnt, ist unklar.

Das Gebäude im Ostteil Berlins war 1990 besetzt worden. Die Bewohner erhielten später Mietverträge, wurden aber gekündigt, als zwei Privatleute das Haus Ende der 90er Jahre kauften. Vor Gericht unterlagen die Bewohner nach langjährigen Prozessen. Innensenator Ehrhart Körting (SPD) rechnet mit einem größeren Polizeieinsatz, sollten die Menschen nicht freiwillig ausziehen. „Dann muss man die Leute heraustragen.“

dpa/ap