Der angekündigte Auftritt von drei als radikal bekannten islamischen Predigern in einer Moschee in Neukölln findet überraschend doch nicht statt. Die Moschee habe die Veranstaltung abgesagt, sagte ein Polizeisprecher Morgenpost Online. Für das „Islam-Seminar“ war laut Verfassungsschutz seit Längerem massiv im Internet geworben worden. Die Moschee im Schillerkiez war nach Angaben der Behörden bislang unauffällig.

Der Vorstand der Moschee gibt jetzt an, die Veranstaltung sei nie offiziell genehmigt worden. „Wir wollen mit diesen Leuten und ihrer radikalen Ideologie nichts zu tun haben“, sagt Vorstandsmitglied Akul Miah. Die Prediger seien der Aufforderung, Einzelheiten über das Seminar mitzuteilen, nicht nachgekommen und seien nicht willkommen. „Wenn die doch kommen, gibt es Hausverbot“, sagte Akul Miah.

Der Auftritt der in Sicherheitskreisen als fundamentalistisch und Gewalt legitimierend eingeschätzten Prediger Abu Dujana, Abdullatif und Ibrahim Abou-Nagie hatte in den vergangenen Tagen für Aufmerksamkeit in den Medien gesorgt. Die drei Prediger sind Mitglieder der Gruppe „Die wahre Religion“, die bisher vor allem im Raum Köln/Bonn aktiv ist. Sie gehören der radikal-fundamentalistischen Strömung der dschihadistischen Salafisten an. In Ansprachen verherrlichen sie den Märtyrertod, legitimieren den „Heiligen Krieg“ und befürworten die Einführung der Scharia.