Brand-Serie

Wieder Brandanschlag auf Berliner Moschee

Nach einer Serie von Brandanschlägen auf islamische Einrichtungen in Berlin im vergangenen Jahr hat es nun erneut eine Moschee getroffen – diesmal in Wilmersdorf. Berlins Innensenator verurteilte den Anschlag.

Foto: dapd / dapd/DAPD

Eine Berliner Moschee ist in der Nacht zum Samstag Ziel eines Brandanschlags geworden. Menschen wurden dabei nicht verletzt, wie eine Polizeisprecherin sagte. Das Ausmaß des Schadens an dem Gotteshaus der Ahmadiyya-Gemeinde in der Brienner Straße in Wilmersdorf werde derzeit noch untersucht.

Nach ersten Erkenntnissen seien größere Schäden nicht abzusehen. Nach Augenzeugenberichten waren Brandspuren an der Tür eines Seitengebäudes zu erkennen. Der Staatsschutz übernahm die Ermittlungen.

Schon von Juni bis Dezember 2010 hatte die Polizei in Berlin insgesamt sechs Brandanschläge auf islamische Einrichtungen registriert. Im Juni, zweimal im August und im November war die Sehitlik-Moschee am Columbiadamm Ziel gewesen. Weitere Anschläge wurden im November auf die Neuköllner Al-Nur-Moschee und im Dezember auf ein islamisches Kulturzentrum in Tempelhof verübt. Menschen wurden nicht verletzt. Es entstanden jeweils Sachschäden. Wer hinter den Anschlägen steckt, wissen die Behörden noch nicht.

Körting verurteilt Brandanschlag

Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) verurteilte den erneuten Brandanschlag auf und rief zu mehr Toleranz. „Wir brauchen den Zusammenhalt der Religionen in der multireligiösen Stadt Berlin“, sagte Körting. Verbrecherische Anschläge von religiösen Fanatikern wie im Ausland dürften nicht auf Europa überschlagen.

Körting berät nach Angaben der Senatsinnenverwaltung derzeit mit der Polizei, inwieweit sich Maßnahmen zur Verhinderung weiterer Brandanschläge ergreifen lassen.

Die Spitzenkandidatin der Grünen für die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus, Renate Künast, verurteilte den Brandanschlag ebenfalls. Künast sagte: „Dieser feige Anschlag ist ein Angriff auf die Glaubens- und Bekenntnisfreiheit, die es entschlossen zu verteidigen gilt. Wir alle sind zur Toleranz und zum Respekt gegenüber allen Religionen und Weltanschauungen aufgerufen, gerade in unserer Stadt, in der Menschen aus vielen Kulturen und Glaubensgemeinschaften zusammenleben.“