Über Scheinfirmen hat eine kriminelle Bande rund 9,7 Millionen Euro erschwindelt. Mit dem pauschalen Geständnis begann am Dienstag vor dem Berliner Landgericht der Prozess gegen einen der an dem Coup beteiligten Betrüger. Der 68 Jahre alte Berliner fungierte demnach als Vorstandsvorsitzender einer eigens zu betrügerischen Zwecken gegründeten Vermögensberatungsfirma. Auf das Konto des Unternehmens flossen die erschwindelten Gelder.
Von April 2008 bis Februar 2009 hatte die Bande die Millionen mit etwa 4000 fingierten Einzugsermächtigungen mit Beträgen von meist je 3000 Euro erschlichen. Es wurden acht weitere Gesellschaften in Berlin und Brandenburg gegründet, auf die die Gelder transferiert wurden, um sie verschwinden zu lassen. Nach Angaben des Anklägers hatten die Täter etwa zwei Tage Zeit, bevor die Rückrufe der Lastschriften eingingen.
Ein großer Teil des Geldes konnte gleichwohl gesichert werden. Der reale Schaden beläuft sich auf rund 1,9 Millionen Euro. Davon konnten die Ermittlungsbehörden knapp 800.000 Euro sicherstellen. Der Verbleib des restlichen Geldes ist ungeklärt.
Zum Teil flossen Gelder nach Thailand, wo zwei Betrüger untergetaucht waren. Nach Angaben des Anklägers handelt es sich um den Chef, der nach seiner Auslieferung nach Deutschland zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt wurde. Der andere Mann erhielt ebenfalls im September 2009 eine Strafe von fünf Jahren und drei Monaten.
Nach Vorgesprächen zwischen allen Prozessbeteiligten hat die Strafkammer dem Angeklagten eine Strafe von höchstens fünf Jahren zugesichert.
Am 12. Januar will das Gericht den Ermittlungsführer als Zeugen vernehmen. Das Urteil wird danach erwartet.
dpa/dapd/sei



