Die Hilfe der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) für die stark reduziert fahrende S-Bahn lässt das Unternehmen an seine Grenzen stoßen. Personell gebe es kaum Reserven, sagte BVG-Sprecherin Petra Reetz am Dienstag im RBB-Inforadio. Derzeit setze die BVG auf den Linien U5, U6 und U8 mehr Züge als normal ein. Auf den Linien U1 und U2 würden Züge in Bereitschaft gehalten, die erforderlichenfalls fahren könnten. Die Busse X34 und X49 hielten am Scholzplatz, um den Ausfall der S-Bahn nach Spandau etwas auszugleichen. Es werde auch überlegt, von Montag nächster Woche an mehr Straßenbahnwagen in der Hauptstadt einzusetzen.
Mit riesigen Lücken im Fahrplan und nur noch einem Bruchteil des Fuhrparks kriechen Berlins S-Bahnen ins neue Jahr. Auch am Dienstagmorgen verbesserte sich die Lage des krisengeschüttelten Schienenunternehmens in der Hauptstadt kein Stück weit. Nach wie vor fahren nach Angaben der S-Bahn Berlin GmbH weniger als die Hälfte der gut 400 Doppelwagen, die nach dem ohnehin eingeschränkten Notfahrplan eigentlich auf den Gleisen sein müssten. Auf allen noch bedienten Strecken außer auf der Ringbahn fahren die Züge nur noch alle 20 Minuten.
Weil ständig Züge ausfallen, kommt es auch bei dem drastisch eingeschränkten Angebot zu zusätzlichen Wartezeiten. Eine neue Begründung für die andauernde Notlösung gab das S-Bahn-Unternehmen nicht. Bisher nannte es die Witterung, dadurch bedingte Ausfälle von Antriebsmotoren und längere Werkstattaufenthalte als Gründe. Am Dienstag setzte in Berlin wieder leichter Schneefall ein.
Die Einschränkungen betreffen vor allem Außenbezirke der Hauptstadt.
Unterdessen setzt der Berliner Senat auf Lösungsvorschläge der Deutschen Bahn, des Mutterkonzerns der S-Bahn. Bis zum diesem Mittwoch soll das Unternehmen darlegen, wie die S-Bahn aus der Krise geführt werden soll. Diesen Bericht hatte Verkehrssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) bereits Mitte Dezember verlangt. Am 10. Januar wird dann Bahnchef Rüdiger Grube im Verkehrsausschuss des Abgeordnetenhauses erwartet. Er habe sein Kommen zugesagt, berichtete Junge-Reyers Sprecher Mathias Gille.
dpa/sei



