Der jetzt vom Amtsgericht Berlin-Tiergarten freigesprochene Niederländer soll für die mehr als drei Monate dauernde Untersuchungshaft entschädigt werden. Die Staatsanwaltschaft hatte zwei Jahre und sechs Monate Haft beantragt. Etliche Indizien sprechen gegen den Mann, aber keines reiche für einen Schuldspruch aus, urteilte das Gericht.
Der 25-Jährige hatte eine Täterschaft bestritten. Nach Anklage soll der Mann im Juni 2009 im Stadtteil Kreuzberg einen Mercedes mit Grillkohleanzünder in Brand gesetzt haben. Nach Angaben des Autobesitzes entstand ein Schaden von 22.000 Euro. Ein Polizist in Zivil hatte den Mann und dessen Begleiter in der Nähe des Tatortes gesehen. Der 25-Jährige habe sich auffällig gebärdet und oft umgeschaut, bezeugte der Polizist. Sein Verhalten sei alles in allem kein Beweis, hieß es in der Urteilsbegründung.
In den bisherigen Berliner Prozessen um politisch motivierte Brandstiftungen kam es zu zwei Freisprüchen für eine angehende Binnenschifferin und einen 23-jährigen Mann. Das Urteil gegen die Frau ist noch nicht rechtskräftig. In diesem Jahr wurden in Berlin rund 40 Autos bei politisch motivierten Anschlägen beschädigt. Im Vorjahr waren es mehr als 200.
dpa/sei



