Einsetzendes Tauwetter hat am Freitag in Brandenburg zu Behinderungen im Bahn- und Straßenverkehr geführt. "Wir fahren - aber oft mit Verspätungen“, sagte eine Sprecherin am Freitag.

Auf der Strecke von Berlin nach Dresden ging am Morgen etwa zweieinhalb Stunden lang nichts mehr: Ein Oberleitungsschaden stoppte einen Zug nach Prag zwischen Baruth (Teltow-Fläming) und Golßen (Dahme- Spreewald). Die Reisenden saßen fest, weil Busse wegen Straßenglätte laut Bahn keine Alternative waren. Der Fernverkehr wurde über Jüterbog (Teltow-Fläming) umgeleitet. Zunächst war unklar, ob der Schaden an der Oberleitung durch das Wetter ausgelöst war.

Wegen umgestürzter Bäume musste auf der Strecke MR33 der Märkischen Regiobahn zwischen Beelitz Stadt und Jüterbog Schienenersatzverkehr eingerichtet werden, wie ein Sprecher der Regiobahn mitteilte. Reisende sollte sich vor Fahrtantritt bei der Regiobahn unter der Telefonnummer 030 / 200 73 222 informieren, hieß es. Der Ersatzverkehr wird ebenfalls durch Glatteis in der Region erschwert.

Glätte bereitete auch andernorts den Autofahrern Probleme, wie die Polizei in Potsdam berichtete. Viele umgestürzte Bäume und daraus resultierende kurzzeitige Straßensperrungen gab es in der Prignitz. Feuerwehrleute mussten unter anderem nahe der L 13 bei Nausdorf und auf Straßen bei Pritzwalk die Hindernisse von Straßen räumen, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Umgestürzte Bäume behinderten nach Angaben der Polizei kurzzeitig auch den Verkehr im Landkreis Barnim bei Wandlitz. Erhöhte Unfallzahlen gab es den Sprechern zufolge nicht. Auch in Berlin registrierte die Polizei nach Angaben eines Sprechers nicht mehr Unfälle als sonst.

Erneute Behinderungen

Bahnreisende müssen sich auch am Silvesterwochenende auf größere Verspätungen und überfüllte Züge einstellen. „Besonders bei Umsteigeverbindungen wird es kritisch. Reisende sollten dann großzügig zusätzliche Zeit einplanen“, sagte ein Bahnsprecher dem Hessischen Rundfunk am Donnerstag. Im ICE-Verkehr seien Züge nur noch mit einer Zugeinheit und mit halbierter Platzkapazität unterwegs. Damit seien auch Platzreservierungen hinfällig. An manchen Tagen sei nur gut die Hälfte der ICE-Flotte einsatzbereit, sagte der Eisenbahner, der namentlich nicht genannt wurde.

Dem Sender zufolge erreichte die Pünktlichkeit im Fernverkehr der Bahn am zweiten Weihnachtsfeiertag einen historisch schlechten Wert. Nur noch 20 Prozent der Züge kamen planmäßig an ihr Ziel.

Blitzeis befürchtet

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte indessen vor Blitzeis zum Jahresende. Der Grund dafür ist milde Luft, die von der Nordsee kommend Regen bringt. Unterdessen kam es bei der Deutschen Bahn erneut zu wetterbedingten Zugausfällen und Verspätungen, die auch am Silvesterwochende anhalten dürften.

Der Wetterdienst empfahl Autofahrern, sich auf seiner Internetseite über die aktuelle Warnlage informieren. Der Autoclub Europa (ACE) bekräftigte dies. „Auf spiegelglatten Straßen ist ein Auto auch mit Winterreifen nicht mehr beherrschbar“, sagte ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner.

"Milde" Silvesternacht erwartet

Die Besucher der Silvesterparty am Brandenburger Tor in Berlin können nach den eisigen Minusgraden der vergangenen Tage auf erträglicheres Winterwetter zum Jahreswechsel hoffen. Bei Temperaturen um die Null Grad werde es vermutlich gegen Mitternacht trocken bleiben, sagte eine Sprecherin des Deutschen Wetterdienstes am Freitag in Potsdam. Gelegentlich lockere auch die Bewölkung auf. Auf Deutschlands größter Silvesterfeier erwarten die Veranstalter rund eine Million Besucher und Gäste aus aller Welt.

Um Mitterncht soll das Feuerwerk „Architektur am Himmel“ erstrahlen. Dazu singt der britische Castingstar Paul Potts im Duett mit David Hasselhoff (“Looking for Freedom“). Der US-Sänger springt für die erkrankte Bonnie Tyler ein, wie der Veranstalter mitteilte.

Nach Angaben des Wetterdienstes müssen sich die Feiernden später in der Nacht allerdings auf zunehmenden Wind einstellen. Es könnten auch Sturmböen bis zur Windstärke 8 wehen. Bei leichtem Schnee oder Schneeregen könnte es auch stellenweise glatt werden.

dpa/AFP/dapd/mim/sh