Die Wirtschaftszeitung " Handelsblatt " berichtet unter Berufung auf den Managerkreis-Geschäftsführer Werner Rechmann, die Organisation habe sich „im gegenseitigen Einvernehmen“ darauf verständigt, dass Sarrazin nicht, wie geplant, für das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden des Kreises kandidiere. Nicht nur das: Sarrazin solle auch aus dem Vorstand ausscheiden. Hintergrund ist Sarrazins umstrittenes Buch "Deutschland schafft sich ab". In den vergangenen Tagen wurden laut dem Bericht Gespräche geführt, an deren Ende die Entscheidung gegen Sarrazin stand.

Weiter heißt es dort, Sarrazin sei im vergangenen Jahr ursprünglich als Vorsitzender des Managerkreises vorgesehen gewesen. Dann aber erschien in der Berlin-Themenausgabe der Literaturzeitschrift "Lettre International" ein Interview mit dem ehemaligen Berliner Finanzsenator. Darin hatte Sarrazin gegen die Berliner Integrationspolitik polemisiert. Unter anderem hatte er gesagt, eine von Berlins größten Problemen sei, "dass 40 Prozent aller Geburten in der Unterschicht stattfinden“. Eine große Anzahl der Türken und Araber "hat keine produktive Funktion, außer für den Obst- und Gemüsehandel, und es wird sich vermutlich auch keine Perspektive entwickeln.“

Nachdem Sarazins Äußerungen Kreise zogen, verzichtete der Kreis darauf, den SPD-Politiker zum Vorsitzenden zu machen - geplant gewesen sei allerdings, ihn am 21. September 2010 zum Stellvertreter zu wählen. Nun wird auch daraus nichts. Sarrazin bleibt allerdings Mitglied des Kreises, den er selbst mitgegründet hat.

Der Managerkreis der Friedrich-Ebert-Stiftung wurde im Jahr 1991 gegründet und hat nach eigenen Angaben rund 1300 Mitglieder, von denen viele nicht zur SPD gehören. Zum Vorstand gehören aktive und auch ehemalige Manager großer Konzerne und Organisationen wie Eon, RWE, Evonik oder Deutscher Sparkassen- und Giroverband.

dino