Es war eine Zitterpartie bis kurz vor Beginn. Ab Sonnabend findet im Spreepark im Treptower Plänterwald ein zweitägiges Techno-Festival statt. Doch es gab bis kurz vor dem Start Probleme mit der Sicherheit. Sollten diese nicht bis eine Stunde vor Beginn um 14 Uhr gelöst sein, wollte das zuständige Ordnungsamt die Veranstaltung nicht genehmigen.

Bei einer Begehung des knapp 30 Hektar großen Geländes am Freitagm hatten Fachleute des Treptow-Köpenicker Bau- und Wohnungsaufsichtsamtes festgestellt, dass die verwendeten Lampen nur für Innenräume geeignet seien. „Das kann bei Regen zu einer Gefahr werden“, sagte Michael Twirdy, Leiter des Ordnungsamtes. Er hatte in den letzten Tagen alle Hände voll zu tun. „Für das Festival mussten Lärmauflagen beachtet und Parkplätze und Zufahrten geprüft werden“, erklärt er. Immer wieder waren neue Gefahrenquellen aufgetaucht. Am Dienstag hatte das Ordnungsamt einige alte Kanister mit Öl und Benzin entdeckt, die früher zum Betrieb der Fahrgeschäfte benötigt wurden. Die leicht entzündlichen Behälter wurden am Freitag von Spezialisten entfernt. Außerdem wurden mögliche Stolperstellen wie Steine und Wurzeln beseitigt. Bis Sonnabendmittag um 13 Uhr musste ein Elektromeister die Lampen ausgetauscht und alle Probleme behoben haben.

30 DJs und einige Bands haben sich für das Wochenende angekündigt. Zu den bekanntesten Namen gehören Tiefschwarz, Sammy Dee, Matthew Jonson und Sis. Mit House-Electromusik sollen sie die rund 5000 Gäste zum Tanzen bringen, die von Sonnabend 14 Uhr bis Sonntag 22 Uhr erwartet werden. Acht Jahre lang lag der Spreepark brach. Alte Karussells rosteten zwischen verwucherten Wassertümpeln und modernden Holzbuden vor sich hin. Bei einem Spaziergang durch den ehemaligen Vergnügungspark kam der Veranstalterin Jenny Tan die Idee zu dem Festival. Das Interessante an der Kulisse im Plänterwald birgt allerdings auch seine Risiken und Nachteile.

Die Kosten für das Sicherheitskonzept waren in den letzten Wochen immer weiter gestiegen. Nach den Ereignissen auf der Love Parade in Duisburg will man in Berlin nichts dem Zufall überlassen. „50 Wachleute gehen auf dem Gelände Streife“, sagt Chris Tan, die ihrer Tochter bei der Organisation des Festivals hilft. Außerdem stünden bei Bedarf noch weitere Sicherheitsleute zur Verfügung. Hinzu kämen zwei Feuerwehrwagen und ein Zelt mit Sanitätern. Michael Twirdy vom Ordnungsamt hält das Sicherheitskonzept für „vertretbar“. Trotzdem werde die Polizei sich einsatzbereit halten und möglicherweise auch Beamten in Zivil vor Ort haben.

kod