Das Evangelische Jugend- und Fürsorgewerk (EJF) will im brandenburgischen Rauen auf Gut Johannesberg eine pädagogisch-therapeutische Einrichtung für 32 auffällige, teils delinquente Kinder und Jugendliche einrichten. Acht Plätze sollten dort mit der Möglichkeit von freiheitsentziehenden Maßnahmen geschaffen werden, sagte der EJF-Vorstandsvorsitzende Siegfried Dreusicke in einem Interview der Zeitung „Märkische Allgemeine“.
Dabei gehe es nicht darum, jemanden wegzusperren. Die Entscheidung darüber falle nur auf richterlichen Beschluss und dürfe nicht den Erziehern überlassen werden, sagte Dreusicke. Zudem solle der vorübergehende Freiheitsentzug „keine Sekunde länger dauern als notwendig“. Dreusicke betonte, es gebe Fälle, bei denen der Freiheitsentzug zum Schutz der Jugendlichen sinnvoll sei. „Der Strichjunge oder der Dealer sieht oft aufgrund seines komfortablen Einkommens keinen Anlass, sein Leben zu ändern.“
Das EJF betreut an fünf Standorten bereits straffällige Kinder- und Jugendliche. Die meisten befinden sich in der brandenburgischen Uckermark. Inzwischen ist auch der nach eigenen Angaben elfjährige Junge, der in Berlin mehrmals beim Dealen aufgegriffen wurde, in der Obhut des EJF. Der Junge müsse erst einmal zur Ruhe kommen, sagte Dreusicke. „Er weiß gar nicht, wie ihm geschieht. Regelmäßig schlafen und essen, das kennt er gar nicht.“
KNA/sh


