Drogenhandel

Elfjähriger Heroin-Dealer in Brandenburger Heim

Der angeblich elfjährige Drogendealer Arub M., der immer wieder aus seinem Heim in Berlin geflohen ist, ist wieder aufgetaucht. Der Junge wurde in einem Heim in Brandenburg untergebracht. Die verstorbene Richterin Kirsten Heisig bezweifelt in ihrem Buch, dass solche Maßnahmen überhaupt wirksam sind.

Der angeblich elfjährige Drogendealer Arub M., der seit Monaten die Berliner Behörden narrt, ist erneut von der Polizei gefasst worden. Nach Medienberichten wurde der Junge in Brandenburg aufgegriffen und ist seit Montagabend dort in einem Heim. Der Junge sei in „amtliche Obhut“ übergeben worden, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag. Nach einem angeblich 13-jährigen Dealer sucht die Polizei noch.

Der elfjährige Junge arabischer Abstammung werde in einem Heim des Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerks (EJF) betreut, berichtet die "Märkische Allgemeine Zeitung“ und bezieht sich auf den EJF-Vorsitzenden Siegfried Dreusicke. Den genauen Ort wollte Dreusicke nicht nennen. Vermutlich befindet sich der Junge in der Uckermark.

Die Berliner Polizei hielt sich mit Informationen am Dienstag zurück. Ob der Junge wieder Heroin verkaufte und was mit ihm passieren soll, wurde nicht mitgeteilt.

Der Elf- und der 13-Jährige sowie weitere Rauschgifthändler in dem Alter wurden in den vergangenen Monaten immer wieder mit Heroin erwischt. Weil sie wegen ihres Alters nicht bestraft werden können, brachte die Polizei sie zu ihren Familien oder in Kinderheime, wo sie meist sofort wieder verschwanden.

Das tatsächliche Alter der jungen Kriminellen soll per Röntgenbild geklärt werden. Für den angeblich 13-Jährigen, der nach Schätzungen deutlich älter sein könnte, gibt es einen entsprechenden Gerichtsbeschluss. Bei den anderen vier Jungen, darunter auch dem angeblich Elfjährigen, kann das Verfahren von Anträgen und Beschlüssen noch Monate dauern.

Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 26 Kinder unter 14 Jahren beim Verkauf von Drogen erwischt, 20 hatten eine deutsche Staatsangehörigkeit und waren größtenteils arabischer Herkunft, sechs waren Ausländer und ihre Herkunft teilweise ungeklärt.

Die Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig, die sich im Juni das Leben genommen hatte, hatte in ihrem gerade erschienenen Buch massive Anstrengungen im Kampf gegen kriminelle arabische Großfamilien gefordert. Gängige Methode der Banden sei es, Jugendliche unter 14 Jahren als Dealer einzusetzen, weil sie strafunmündig seien. Die arabische Mafia habe den Handel mit harten Drogen in Deutschland fest in der Hand.

Auf sämtlichen Ebenen müsse geprüft werden, „welche Maßnahmen wir den Clans entgegensetzen können“, forderte Heisig in ihrem Report. Staatliche Institutionen wie die Jugendhilfe seien weitgehend machtlos. Sie sei der Meinung, dass die Furcht vor den kriminellen Familien alles andere überwiege. Denn hinter vorgehaltener Hand heiße es: „Man kann kein Kind zwangsweise aus einem arabischen Clan nehmen. Die Familien erschießen jeden, der das versuchen sollte.“

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