Ein 29 Jahre alter Tischler, der einen Berliner Rentner mit Konservendosen erschlagen hat, muss sieben Jahre in Haft. Das Berliner Landgericht verurteilte den geständigen Angeklagten wegen Totschlags. Die Männer hatten Sex in der Wohnung des Rentners, den der Angeklagte abbrechen wollte. Dabei kam es zum Streit, im Zuge dessen der Tischler den 74-Jährigen mit den Dosen und einem Lampenschirm bewarf. Die Tat war sehr brutal, argumentierte das Gericht. Der 74-Jährige erlitt schwerste Kopfverletzungen sowie zahlreiche Rippen- und Nasenbeinbrüche. Er verblutete in seiner Wohnung.
Der Angeklagte hatte den Rentner am 21. Dezember 2009 in dessen Wohnung im Stadtteil Steglitz besucht. Er hatte dem älteren Mann eine Flasche Whisky überreicht, um sich für ein Weihnachtsgeschenk zu bedanken. Die Männer tranken den Schnaps gemeinsam. Nach Aussagen des Angeklagten kam es später zunächst zu einer Rangelei. Schließlich hätten sich beide gegenseitig mit Gegenständen beworfen. Das gesundheitlich angeschlagene Opfer war körperlich deutlich unterlegen, argumentierte das Gericht.
Der bisher unbestrafte Angeklagte war nach dem Gutachten der Gerichtsmedizin zur Tatzeit vermindert schuldfähig. Es liege eine Persönlichkeitsstörung vor, hieß es. Der Tischler bereute sehr, dass sein Bekannter durch ihn zu Tode gekommen ist. In der Untersuchungshaft hatte der Mann versucht, sich das Leben zu nehmen. Das Gericht wertete dies als Ausdruck seiner Erschütterung.
dpa/sh

