Nun ist sein neues Amt offiziell: Jan-Hendrik Olbertz (55) ist vom Berliner Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) zum Präsidenten der Humboldt-Universität (HU) bestellt worden. Seine Amtszeit beginnt am 19. Oktober und endet nach fünf Jahren, wie die Bildungsverwaltung am Dienstag in Berlin mitteilte.

Der 55-Jährige war bereits im April vom HU-Konzil mit 49 Ja- und 6 Neinstimmen im ersten Wahlgang gewählt worden. Bis Ende Mai war er parteiloser Kultusminister von Sachsen-Anhalt. Er übernimmt das Amt des scheidenden Präsidenten Christoph Markschies.

In den vergangenen Wochen sorgte Olbertz' Habilitationsschrift aus dem Jahr 1989 für Kritik. Sachsen-Anhalts früherer Ministerpräsident Reinhard Höppner (SPD) warf ihm eine „ideologische Überanpassung“ an das DDR-System vor. Der Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk von der Stasi-Unterlagenbehörde bezeichnete die Arbeit als marxistisch-leninistische Propagandaschrift.

Olbertz hatte nach seiner Wahl gesagt, er wolle die Zeit bis Oktober nutzen, um sich an der ältesten Berliner Universität einzuarbeiten. Vor seiner Zeit als Kultusminister war er Professor für Erziehungswissenschaften an der Martin-Luther-Universität Halle- Wittenberg.

dpa/mim