Vor vier Jahren gab es erstmals Berichte über Machtmissbrauch am Berliner Maxim Gorki Theater. Bei der Aufklärung der Vorwürfe gegen Intendantin Shermin Langhoff sei es allerdings neusten Informationen zufolge zu Ungereimtheiten gekommen – das deckte eine "RBB"-Recherche für das ARD-"Mittagsmagazin" auf. Nun könnte auch die damalige Senatsverwaltung für Kultur in die Affäre gezogen werden.
Im Jahr 2019 sei demnach die Senatsverwaltung für Kultur, damals mit Senator Klaus Lederer (Linke) an der Spitze, über die Vorwürfe informiert worden. In einem Schreiben, das dem "RBB" vorliegt, berichteten die Betroffenen von verbaler Gewalt, Mobbing und anderen schweren Vorwürfen. Es gab keine Bestätigung der Vorwürfe.
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Maxim Gorki Theater: Vertragsverlängerung trotz Machtmissbrauchsverdacht
Der Vorschlag der Senatsverwaltung lautete daraufhin: eine Mediation zwischen der Theaterleitung und den Betroffenen. Diese sei rund ein halbes Jahr später durch die Vertrauensstelle Themis für beendet erklärt worden, geht aus einer Antwort der Senatsverwaltung auf eine Anfrage im Abgeordnetenhaus hervor.
Die Vertrauensstelle hingegen erklärt nun laut "RBB": Sie könne sich zwar nicht zu konkreten Fällen äußern, an Mediationsverfahren in Unternehmen beziehungsweise Theatern beteilige man sich aber nicht und führe auch keine durch. Hat die Mediation also gar nicht stattgefunden?
Kultursenator Lederer, der damals im Amt war, kann sich zu den Vorgängen in dieser Zeit auf "RBB"-Anfrage nicht mehr äußern. Er brauche dafür Akteneinsicht in der Verwaltung, um seine Erinnerungen auf Richtigkeit zu überprüfen. Die aktuelle Senatsverwaltung für Kultur unter Joe Chialo verweist auf Anfrage des "RBB" darauf, dass sie die damaligen Vorgänge nicht kommentieren könne. Das offensichtliche Problem: Weder der alte noch der neue Kultursenator fühlen sich zuständig.
Klima der Angst am Theater: Fortdauernde Vorwürfe gegen Intendantin
Was klar ist: Shermin Langhoff verlängerte im Dezember 2020 ihren Vertrag als Intendantin bis 2026. Die Frage, die sich die RBB-Redakteure stellen, ist folgende: War die Aufarbeitung der Vorwürfe gegen Langhoff damals schon abgeschlossen?

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Denn laut "RBB" ist es so gewesen, dass sich wenige Monate nach der Verlängerung erneut mehrere Mitarbeiter an die Senatsverwaltung für Kultur wandten. Der Vorwurf: Es gebe weiterhin Missstände.
Demnach erzählen zwei Mitarbeitende anonymisiert vor der Kamera, dass sich an der Situation an dem renommierten Theater kaum etwas geändert habe. Ein Klima der Angst sei nach wie vor vorherrschend. Aus Furcht vor Strafmaßnahmen traue sich aber niemand, öffentlich Kritik auszusprechen.
Der "RBB" konfrontierte die Intendantin mit diesen Anschuldigungen. Ihr Rechtsanwalt stellte klar, dass seine Mandantin erst Stellung beziehen könne, wenn konkrete Sachverhalte auf dem Tisch lägen.


