Ein unbekannter Täter hat Samstagabend in Kreuzberg einen Feuerlöscher vom Dach eines viergeschössigen Mehrfamilienhauses auf die Fahrbahn der Urbanstraße geworfen. Nur wenige Meter entfernt stehende Polizisten und Passanten, darunter auch Kinder, blieben glücklicherweise unverletzt. Die Staatsanwaltschaft in Berlin sowie der Polizeiliche Staatsschutz haben die Ermittlungen wegen versuchten Totschlags gegen Unbekannt aufgenommen, wie die Polizei Sonntagabend mitteilte.
Gegen 19.30 Uhr waren Beamte aus Schleswig-Holstein am Kottbusser Damm Ecke Urbanstraße als Unterstützungskräfte in Berlin eingesetzt. Sie begleiteten die Demonstration unter dem Motto "Die Krise beenden: Kapitalismus abschaffen" stand. Ein Zeuge beobachtete eine dunkel gekleidete Person, die vom Dach des Hauses Urbanstraße 83 schaute und anschließend den Feuerlöscher nach unten schleuderte.
Am Sonntagnachmittag begingen Beamte einer Einsatzhundertschaft die Dächer des zusammenhängenden Gebäudeblockes Kottbusser Damm, Urbanstraße sowie Bopp- und Schönleinstraße, um möglicherweise vorhandenes weiteres Beweismaterial zu sichern. Sie nahmen auch die Hausaufgänge und die Innenhöfe in Augenschein. Die Ermittlungen dauern an.
In Kreuzberg waren am Sonnabend 126 Personen festgenommen worden. Insgesamt gab es bei den Demonstrationen am 1. Mai in Berlin 487 Festnahmen. Darunter waren 286 Rechtsextreme, die sich zu einer unerlaubten Demonstration auf dem Kurfürstendamm getroffen hatten. Gegen 14 Personen wurden Haftbefehle erlassen, davon sitzen acht in Untersuchungshaft, sechs erhielten Haftverschonung, hieß es am Sonntagnachmittag.
Nach jetzigem Stand wurden bei den Krawallen 98 Polizisten verletzt. Ein Beamter wurde in ein Krankenhaus eingeliefert. Er war am Rücken verletzte worden, ist wohl aber auf dem Weg der Besserung. Nach dem Täter wird gefahndet.
BMO





