Euro-Bekenntnis

Angela Merkel hilft Dax über 7000 Punkte

Das bekräftigte Bekenntnis der Bundeskanzlerin zum Euro hat den Dax am Freitag mit Leichtigkeit über die Hürde von 7000 Punkten steigen lassen.

Erneut angeheizte Spekulationen auf ein baldiges Eingreifen der EZB im Kampf gegen die Schuldenkrise haben dem Dax am Freitag über die Marke von 7000 Punkten geholfen. Bundeskanzlerin Angela Merkel sorgte mit Äußerungen für Auftrieb, wonach die europäischen Staatschefs alles täten, um den Euro zu erhalten. Es gebe keine Differenzen zwischen den Euro-Regierungen und der Europäischen Zentralbank. „Die Hoffnung auf stützende Maßnahmen der Zentralbanken hat etwas neuen Rückenwind bekommen“, kommentierte Marktanalyst Roger Peeters von Close Brothers Seydler. Ende Juli hatte EZB-Chef Mario Draghi mit Kommentaren zum Euro Spekulationen auf Anleihekäufe der EZB angestoßen und damit eine Rally an den Aktienmärkten ausgelöst. Seitdem hat der Dax knapp zehn Prozent gewonnen.

Der Dax lag am Vormittag 0,1 Prozent im Plus bei 7005 Punkten, nachdem er bereits am Vortag kurz über die 7000er-Marke geklettert war. Der deutsche Leitindex stieg bis zur Mittagszeit um 0,31 Prozent auf 7017 Punkte. Bereits am Vortag hatte er die 7000er-Marke erstmals wieder seit April kurzfristig überwunden. Der MDax rückte am Freitag um 0,86 Prozent auf 11 189 Punkte vor. Der TecDax gewann 0,95 Prozent auf 793 Punkte. Der Kurs des Euro profitierte ebenfalls von den Aussagen Merkels und stieg auf 1,2371 US-Dollar.

„Nach langer Zeit ist endlich wieder etwas Ruhe in die Märkte eingekehrt“, kommentierte Händler Markus Huber von ETX Capital. Dabei verwies er auf die Aussage von EZB-Chef Draghi vor etwas mehr als zwei Wochen, dass seinerseits alles getan werde, um den Euro zu erhalten. Die Worte der Kanzlerin nun runden laut einem Marktstrategen das Bild ab und schüren die Hoffnung auf weitere geldpolitische Lockerungen seitens der Europäischen Zentralbank.

Gewinner waren Bankaktien

Vor allem an den südeuropäischen Börsenplätzen ging es rasant nach oben. Der spanische Ibex kletterte um 1,6 Prozent, der italienische Leitindex stieg um ein Prozent. „Ich wundere mich ein bisschen, dass es am Markt so ohne weiteres nach oben läuft. Denn nach wie vor beschäftigen uns Schuldenkrise und Konjunkturflaute. Aber letztlich fehlen die Alternativen zu Aktien“, sagte ein Händler.

Zu den größten Gewinnern im Dax zählten europaweit Bankaktien. Der europäische Branchenindex verzeichnete einen Aufschlag von 0,8 Prozent. Commerzbank gewannen 1,5 Prozent, in London kletterten Barclays um zwei Prozent, in Paris gewannen Credit Agricole 1,8 Prozent. Auch die angeschlagenen spanischen Banken befanden sich weiter auf Erholungskurs: Bankia legten um 7,4 Prozent zu. „Die europäischen Banken haben Nachholbedarf“, sagte ein Händler.

Auf der Verliererseite im Dax standen ganz oben die Aktien der Lufthansa mit einem Abschlag von 0,9 Prozent. Die Analysten von Morgan Stanley hatten das Kursziel für die Titel auf 14,70 von 15,70 Euro gesenkt. Außerdem wird die Kabinengewerkschaft UFO die Verhandlungen mit der Lufthansa Medienberichten zufolge wohl für gescheitert erklären.

Den Anteilsscheinen der Deutschen Post setzte ein Analystenkommentar von UBS zu. Sie fielen um 0,6 Prozent. Die Experten des Schweizer Bankhauses hatten die Bewertung der Papiere auf „Neutral“ von „Buy“ gesenkt.

Ein Lichtblick am deutschen Aktienmarkt waren die Papiere von Centrotec mit einem Plus von gut acht Prozent im SDax. Die „Bild-Zeitung“ berichtete unter Berufung auf einen Gesetzesentwurf, dass Hauseigentümer, die ihre alte Öl- oder Gasheizung gegen eine neue Anlagen tauschen, eine Einmalprämie erhalten sollen.