Finanzmärkte

Dax schließt mit größtem Verlust seit zwei Jahren

An den internationalen Finanzmärkten wird die Angst vor einer deutlichen Abkühlung der Weltwirtschaft immer größer. Die Anleger verkauften am Freitag europaweit erneut zuhauf Aktien. Am Rohstoffmarkt sehen die Investoren in Gold ihren sicheren Hafen.

Das Video konnte nicht gefunden werden.

Die Angst vor einem Abgleiten der Weltwirtschaft in die Rezession hat den Dax am Freitag erneut auf Talfahrt geschickt.

Video: Reuters
Beschreibung anzeigen

Die Börsen sind angesichts anhaltender weltweiter Rezessionsängste weiter auf Talfahrt. Der Dax sank zum Wochenausklang in einem nervösen Handel zeitweise um mehr als vier Prozent auf 5345 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit November 2009. Im Tagesverlauf verringerte der deutsche Leitindex dann aber seine Verluste und lag am Freitagnachmittag bei 5428 Punkten. Auch in Paris und London sanken die Kurse. An der Wall Street eröffnete der Dow Jones Industrial am Freitag mit einem Minus von fast einem Prozent.

Am Vortag hatte es an einem Schwarzen Donnerstag massive Verluste in den USA und Europa gegeben. Dies zog am Freitag auch die Märkte in Asien tief ins Minus. In Tokio verlor der Nikkei-Index für 225 führende Werte zum Handelsschluss 2,51 Prozent oder 224,52 Punkte auf 8719,24 Zähler – das war der tiefste Stand seit Mitte März. Auch an anderen Börsen in Asien rutschten die Kurse ab.Der Dax war am Donnerstag um 5,82 Prozent auf 5602,80 Punkte gesunken – das war der größte Tagesverlust in Prozent seit November 2008. Der Euro hatte ebenfalls deutlich an Wert verloren. Am Freitag stieg der Kurs der Gemeinschaftswährung leicht.

Die Konjunktur- und Bankensorgen seien dafür verantwortlich, dass Investoren ihre risikobehafteten Anlagen wie Aktien auf den Markt werfen, sagte Stratege Ben Potter von IG Markets. Das Kaufinteresse vom Wochenbeginn durch Schnäppchenjäger und Deckungskäufe sei wieder verschwunden. An der Wall Street hatte der Dow Jones Industrial am Donnerstag um 3,68 Prozent tiefer bei 10 990,58 Punkten geschlossen. Neben den Sorgen vor einem langsameren Wirtschaftswachstum belasteten Spekulationen um die Finanzstärke europäischer Banken die Märkte. Zudem brach ein wichtiger Konjunkturindikator im August regelrecht ein.

Schon Ende Juli und Anfang August hatte eine schwarze Serie die internationalen Börsen in die Tiefe gerissen. Die Dimension der Kurseinbrüche hat mittlerweile das Niveau vom Herbst 2008 erreicht – also der Zeit der schweren Finanzmarktkrise im Zuge der Pleite von Lehman Brothers. Seit Anfang August verlor der Dax bis zum Handelsschluss am Donnerstag mehr als 21 Prozent.

In Tokio verloren am Freitag vor allem exportorientierte Werte wegen des starken Yen, der Ausfuhren verteuert. In dieser Woche sank der Nikkei aber insgesamt nur 2,73 Prozent. Der Leitindex in Hongkong verlor 2,74 Prozent, der Leitindex in Südkorea 6,19 Prozent. Die Börse in Sydney sank um 3,5 Prozent.

Die Kursturbulenzen an den internationalen Finanzmärkten trieben den Goldpreis weiter an. Er stieg am Freitag erstmals über die Marke von 1850 Dollar. In der Spitze kostete eine Feinunze (ca. 31 Gramm) des Edelmetalls 1852,75 US-Dollar. Damit wurde das Rekordhoch vom Vortag bei knapp 1830 Dollar deutlich übertroffen. Allein in der laufenden Woche legte der Goldpreis um gut 110 Dollar oder rund sechs Prozent zu. Gold gilt als Krisen- und Inflationsschutz.