Der Dax hat seinen Erholungsversuch abgebrochen und ist um seinen Vortagsschluss gependelt. Die Stimmung am Markt ist von hoher Nervosität bestimmt, zumal am Freitag der US-Arbeitsmarktbericht für Juli bekanntgegeben wird. Der deutsche Leitindex sank bis zur Mittagszeit um 0,05 Prozent auf 6637 Punkte und damit den siebten Handelstag in Folge.

Insgesamt büßte er in dieser Zeit rund zehn Prozent ein. Der MDax verlor am Donnerstag 1,51 Prozent auf 9571 Punkte, und der Technologie-Index TecDax büßte 0,87 Prozent auf 756 Punkte ein.

„Der Dax versucht noch eine Gegenreaktion auf die übertriebenen Verluste der vergangenen Tage“, sagte Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank. Allerdings kritisierte er scharf die Schwäche der Politik in Europa und den USA, die die Finanzmärkte extrem verunsichere. „Es wird allerorts nur über Schulden gesprochen, etwa wie man sie in Europa in den Griff bekommt oder über ihre Erhöhung in den USA, doch das Thema wirtschaftliche Perspektiven fällt dabei völlig herunter.“

Solange es keine Konzepte für die Industrie in den USA gebe und auch Griechenland oder Portugal ohne Perspektiven gelassen würden, sehe es düster aus. „Der Dax leidet dabei doppelt, weil es auch um Exportperspektiven für Deutschland geht.“

Allein vier Dax-Konzerne standen mit Geschäftszahlen im Blick der Anleger. Favorit im Index waren die Aktien von Beiersdorf mit plus 4,87 Prozent auf 44,69 Euro nach besser als erwartet ausgefallenen Zahlen für das abgelaufene Halbjahr.

Der Sportartikelhersteller Adidas blickt nach Zuwächsen im zweiten Quartal optimistischer auf das Gesamtjahr und hatte seine Prognosen angehoben. Die Aktien profitierten davon mit einem Kurszuwachs um 4,19 Prozent auf 50,88 Euro. Um 1,26 Prozent auf 99,04 Euro legten die Anteilsscheine der Munich Re nach Zahlen zu. Die Titel der Deutschen Telekom profitierten von ihrer Quartalsbilanz mit plus 1,37 Prozent auf 10,40 Euro.

Reuters/woz