Der Aufwärtstrend beim Goldpreis ist nicht zu stoppen. 2010 wird das Edelmetall, wie auch in den neun Jahren zuvor, unter dem Strich eine positive Performance ausweisen. Aktuell liegt der Preis für die Feinunze gut 20 Prozent über dem Stand von Ende 2009. Besonders die anhaltend starke Nachfrage von Finanzinvestoren hat den Preis nach oben getrieben. Börsengehandelte Goldfonds erfreuen sich enormer Beliebtheit, weil viele Anleger mit Blick auf die weltweite Schuldenproblematik und eine mittelfristig drohende Inflation einen Teil ihres Vermögens in den „sicheren Hafen“ des Goldpreises investieren. Auch viele Notenbanken, die bislang meist als Goldverkäufer aufgetreten waren, erhöhen mittlerweile die Goldbestände, um eine bessere Diversifikation ihres Vermögens zu erreichen. Gerade aus Ländern wie China oder Russland ist ein enormes Interesse zu beobachten.
In den vergangenen Wochen ist die Rallye allerdings ins Stocken geraten. Das Anfang November erreichte Hoch bei gut 1420 US-Dollar wurde im Dezember zwar noch einmal kurz überschritten, im Anschluss ging es aber wieder bergab, so dass hier aus charttechnischer Sicht ein Doppel-Hoch drohen könnte. Bei den Rohstoff-Analysten blickt man dennoch zuversichtlich ins neue Jahr. Die technischen Analysten der DZ Bank sehen unter Verweis auf „wichtige Fibonacci-Projektionen“ gute Chancen auf eine Fortsetzung des Aufwärtstrends in Richtung 1600 Dollar.
Die eher fundamental argumentierenden Kollegen rechnen wegen steigender Inflationserwartungen und der europäischen Schuldenkrise im Zuge einer „finalen Hausse“ sogar mit Kursen von 1750 Dollar. Die Commerzbank geht davon aus, dass Gold aufgrund der niedrigen Realzinsen und der anhaltenden Unsicherheit vieler Marktteilnehmer weiter nachgefragt wird. Und aus den gleichen Gründen erwartet auch die Credit Suisse eine erneut positive Performance im kommenden Jahr und hält Notierungen von „über 1500 Dollar“ für möglich. Verhalten optimistisch zeigt sich die Helaba, die davor warnt, dass die Luft nach oben angesichts „hoher Investitionsgrade“ und möglicher Verkäufe durch Hedgefonds langsam dünner wird. Dennoch wird für Ende 2011 ein Kursziel von 1500 Dollar ausgerufen.
Neben klassischen „Gold-Trackern“, bei denen die Preisbewegung des Edelmetalls nahezu eins zu eins im Kurs nachvollzogen wird, bieten sich für nur moderat optimistische Anleger alternativ auch Zertifikate an, bei denen sich schon bei kleineren Kursbewegungen hohe Gewinne erzielen lassen. Möglich ist das etwa mit Sprintzertifikaten, bei denen zurzeit aufgrund der niedrigen impliziten Volatilität zudem recht attraktive Konditionen auszumachen sind.
Die Auswahl an geeigneten Produkten ist in diesem Segment allerdings sehr überschaubar. Lediglich die DZ Bank hat ein ganz neu auf das aktuelle Preisniveau angepasstes Zertifikat im Angebot. Der rund ein Jahr laufende Goldsprinter ist dabei mit einer Währungssicherung ausgestattet, so dass die sonst durchaus relevante Euro/Dollar-Entwicklung für den Erfolg des Zertifikats keine Rolle spielt.
Die Funktionsweise ist relativ simpel. Unterhalb des Basispreises von 1400 Dollar trägt der Anleger etwaige Verluste in vollem Umfang mit, eine Schutzfunktion gibt es also nicht. Oberhalb von 1400 Dollar wirkt dafür der sogenannte Sprint-Mechanismus. Der bewirkt, dass anfallende Gewinne bis zum Cap bei 1540 Dollar mit einem zweifachen Hebel versehen werden. Klettert der Goldpreis auf Jahressicht auf oder über 1540 Dollar, wird dieser 140-Dollar-Anstieg (bezogen auf den Basispreis von 1400 Dollar) verdoppelt, so dass die Rückzahlung bei einem Bezugsverhältnis von 1/10 nicht nur bei 154 Euro, sondern bei 168 Euro liegt. Das ist gleichzeitig der Maximalbetrag, an höheren Notierungen partizipiert der Anleger nicht mehr. Im besten Fall können Investoren so bei aktuellen Kursen von gut 136 Euro in rund einem Jahr gut 22 Prozent Gewinn erzielen, wenn der Goldpreis bis dahin 13 Prozent oder mehr auf mindestens 1540 Dollar zulegt (WKN: DZ0DA0).
Fazit: Trotz des hohen Preisniveaus sehen Analysten beim Goldpreis 2011 noch Luft nach oben. Das Potenzial scheint aber begrenzt. Vor diesem Hintergrund werden Sprintzertifikate interessant, weil Anleger hier von moderaten Preisanstiegen überproportional stark profitieren können, ohne zusätzliche Risiken eingehen zu müssen.





