Energieversorger

Für jeden zweiten Haushalt wird Strom teurer

Knapp 300 Stromversorger werden im Dezember oder Januar die Preise anheben. Bei den vier großen Anbietern langt Vattenfall am kräftigsten zu.

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Für knapp die Hälfte aller deutschen Haushalte steigt die Stromrechnung deutlich. Rund 300 Stromversorger dürften Anfang Dezember oder zum Jahreswechsel die Preise erhöhen, wie die beiden Tarifvergleichsportale Verivox und Check24 am Freitag mitteilten.

Demnach sind mindestens 18 Millionen Haushalte betroffen, knapp die Hälfte aller 40 Millionen deutschen Haushalte. Im Schnitt steigt der Preis demnach um sieben Prozent. Teils gibt es sogar Erhöhungen um 14 Prozent und mehr.

Zu den Stromanbietern, die die Preise anheben, gehören auch die Energieriesen EnBW und RWE. EnBW plant eine Erhöhung von 9,7 Prozent, RWE von 3,8 Prozent. Bei RWE ist es bereits die zweite Erhöhung innerhalb der vergangenen sechs Monate.

Zusätzlich gab auch Vattenfall bekannt, zum Januar die Preise für Privatkunden um 9,9 Prozent anzuheben. Der Grundpreis bleibt gleich, der Verbrauchspreis steigt dementsprechend. Für den Berliner Standardtarif Berlin Klassik bedeutet das, dass der Grundpreis bei 5,90 Euro pro Monat bleibt, der Verbrauchspreis steigt von 19,98 Cent je Kilowattstunde auf 22,31 Cent je Kilowattstunde

Weitere 50 Stromanbieter kündigten Erhöhungen zum Jahreswechsel an, ohne bislang genaue Preise zu nennen. Grund für den starken Strompreisanstieg ist der massive Ausbau der Solarenergie in Deutschland. Die Ökostrom-Umlage – die sogenannte EEG-Umlage – steigt 2011 um über 70 Prozent auf 3,5 Cent pro Kilowattstunde.

Für erneuerbaren Strom, der ins deutsche Netz gelangt, erhält der Produzent eine sogenannte Einspeisevergütung. Diese Vergütung ist bei Solarenergie derzeit noch besonders hoch. Finanziert wird sie über die EEG-Umlage von allen Stromkunden, weshalb der Solarboom die Preise steigen lässt.