Bankautomaten

Geldabheben dürfte wohl kaum billiger werden

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Banken, Sparkassen und Volksbanken können sich nicht auf eine einheitliche Gebühr für das Abheben an fremden Geldautomaten verständigen.

Bankkunden können die Hoffnung auf deutlich niedrigere Geldautomaten-Gebühren wohl begraben. Privatbanken, Volksbanken und Sparkassen können sich Finanzkreisen zufolge nicht einigen, wie teuer die Nutzung fremder Automaten für den Kunden höchstens sein soll. Es sei unwahrscheinlich, dass die Institute dem Kartellamt bis Ende August – wie von der Behörde gefordert – einen gemeinsamen Vorschlag vorlegen, sagten mehrere mit den Gesprächen vertraute Personen. Stattdessen präsentierten Sparkassen und Volksbanken auf der einen und Privatbanken auf der anderen Seite wohl jeweils eigene Lösungen. Damit dürften die Gebühren in Deutschland weiter regional unterschiedlich und im Schnitt relativ hoch bleiben.

Die Privatbanken wollen eine Obergrenze von zwei Euro einführen, während Sparkassen und Volksbanken strikt dagegen sind. Sie sind dafür, direkt beim Geldabheben anzuzeigen, wie teuer es den Kunden kommt. Nach ihrer Ansicht führt dies über den Wettbewerb zu einer Senkung der Gebühren. Dieser Vorschlag könne 2011 umgesetzt werden. Kreisen zufolge hält das Kartellamt das direkte Entgelt an den Automaten wettbewerbsrechtlich für durchaus vertretbar. Fraglich ist aber, ob es auf ein gemeinsames Vorgehen aller Bankengruppen pocht. Einen früheren Bankenvorschlag einer Obergrenze von fünf Euro hatte die Behörde abgelehnt und mit kartellrechtlichen Schritten gedroht, sollten die Institute keine neue Lösung präsentieren.

Das Kartellamt wollte sich zum aktuellen Stand der Debatte nicht äußern. „Wir haben den Banken eine Frist bis Ende August gesetzt“, sagte eine Sprecherin. „Unsere Beschlussabteilungen entscheiden dann über das weitere Vorgehen.“ Die Institute wollen am 25. August im Zentralen Kreditausschuss die Lage diskutieren. Keiner der Bankenverbände wollte sich äußern.

Das Kartellamt sieht die kräftig gestiegenen Preise an Geldautomaten zahlreicher Banken kritisch. Marktforschern zufolge müssen Kunden bei der Nutzung fremder Automaten im Schnitt fast sechs Euro zahlen, während die Banken eine Abhebung nur 60 bis 70 Cent kosten soll. Sparkassen und Volksbanken betreiben bundesweit mit zusammen mehr als 40.000 Geräten die größten Automatennetze und befürchten daher bei einer Obergrenze finanzielle Einbußen.